Diese Woche war die Woche des Schnee... und natürlich auch die Woche von jeder Menge Matsch.
Schon am Montag hat es hier nachmittags ordentlich angefangen zu schneien, so dass ich erst mal aus dem Büro gesprungen bin um das alles zu filmen. angeblich schneit es nicht wirklich oft hier, ich wollte dieses einmalige Erlebnis also mal festhalten.
Es war wirklich total schön, aber leider war der ganze schöne Schnee dann erstmal ziemlich schnell wieder geschmolzen. Auf dem Heimweg war außer Matsch nicht mehr viel zu sehen.
Ob es nachts dann noch einmal geschneit hat kann ich nicht wirklich beurteilen, aber am Dienstag morgen war jedenfalls jede Menge Matsch auf den Straßen. Auf dem Weg zur Arbeit dann, nur etwa 150m von zu Hause weg, hatte sich neben dem Bürgersteig eine riesige Pfütze aufgestaut, die leider nicht so gut zu sehen war, weil sich farblich alles schön matschfarben angeglichen hatte... Die Autofahrer, die da mit vollgas durchgerauscht waren haben mich also von oben bis unten nassgespritzt - ich wäre am liebsten direkt wieder umgedreht und nach Hause, aber was tut man nicht alles. Und im Büro gibt es ja eine Heizung:
Als ich dann abends wieder daheim war meinte Maria, sie kenne die Pfütze und wartet deshalb lieber minutenlang auf die Gelegenheit die Straßenseite zu wechseln als auf unserer Seite weiter zu laufen. Werde ich ab jetzt auch so machen!
Am Mittwoch hatte ich dann von 7-9 Uhr morgens Training mit der Rugby-Mannschaft im Fitnesstudio. Ich hatte ja fast nicht daran geglaubt, mich so früh aufquälen zu können, aber es war machbar. Auf dem Weg zum Training konnt ich dann wieder feststellen, dass es nachts wieder geschneit hatte. Zum Glück war ich früh genug, um dem Matsch zu entgehen.
Das Training selbst war wahnsinnig anstrengend, ich habe natürlich auch noch nie wirklcih mit vielen Gewichten gearbeitet. Der Trainer musste bei mir ein paar mal das Gewicht verringern, ich sehe wohl stärker aus als ich bin, haha. Allerdings scheine ich nicht alles falsch gemacht zu haben, er meinte ich dürfte den Muskelkater des Todes bekommen, sollte auf jeden Fall viel trinken und essen (das lass ich mir nicht 2x sagen!) und ggf. schwimmen oder so um die Muskeln weiter zu bewegen. Er sollte recht behalten: Am Donnerstag habe ich mich bewegt wie ein Zombie und hatte beim Treppen gehen Angst, einfach hinzufallen.
Zwar konnte ich mich zum Schwimmen nicht durchringen, aber ich wollte zumindest versuchen, meine Muskeln ein bisschen zu bewegen. Am Donnerstag bin ich in der Mittagspause dann die 10 Minuten zur Kelvingrove Art Gallery gewackelt. Da die meisten Museen in Glasgow keinen Eintritt kosten kann man das mal für ne halbe Stunde oder Stunde machen und kann dann ja einfach öfter wieder kommen. Um 1 findet in der großen Eingangshalle dann auch täglich ein Orgelkonzert statt. Ich bin durch die Abteilung der Ägyptologie geschlendert und dann nochmal zur Gallerie, wo Bilder schottischer Künstler usw. ausgestellt waren. Eine nette Mittagspause. Nur das Gelaufe... uiuiui!
Am Freitag morgen sollte dann wieder von 7-9 Uhr Training im Studio statfinden, und abends von 6-8.30 Uhr dann ncohmal Training auf dem Platz. Da meine Beine immernoch schwer wie Blei waren habe ich mich dazu entschieden, nicht ins Studio zu gehen, sondern nur das normale Training mitzumachen - eine Entscheidung über die ich mich noch ziemlich ärgern sollte!
Mit meinen Sportsachen schon im Gepäck saß ich also auf der Arbeit, uns sollte gerade einen Facebook-Eintrag des Generalkonsulats finden und weiterleiten, als gegen 15 Uhr die Uni Glasgow über Facebook alle dazu aufforderte, dass "wegen eines angekündigten Schneesturms alle, die es einrichten können, sich so früh wie mögklich auf den Heimweg machen sollten"... Naja, wir sind hier ein bisschen nördlicher, ich dachte ein bisschen Schnee müssen die doch wohl ab können.... FALSCH.
An der Bushaltestelle vor der Uni herrschte das totale Verkehrschaos. Autos blieben am Hang einfach stehen und konnten dann nicht mehr anfahren. Winterreifen gibt es hier scheinbar auch nicht. Busse kamen nicht, die Taxifahrer, die sich trauten, machten ein gutes Geschäft. Na gut, ich hatte diesmal andere Schuhe an als die am Dienstag durchweichten und dachte, dass ich es niemals rechtzeitig nach Hause und dann wieder zum Training schaffe. Also bin ich ein bisschen durch den Schnee spaziert und habe es genossen, ja offiziell heim geschickt worden zu sein. =)
Uni und Anni im Schneegestöber!
Zwischenzeitlich habe ich die Nachricht erhalten, dass wegen des Schnees das Training nicht auf dem Platz stattfinden könnte, wir würden uns also doch im Studio treffen. Bis 6 Uhr hatte ich also noch ein bisschen Zeit totzuschlagen. Ich bin also mal in Richtung des botanischen Garten geschlendert, wo Menschen mit kleinen Kindern Schneemänner bauten und Hunde Schneebäle jagten.
Vom botanischen Garten bin ich dann zum Fluss Kelvin gelaufen, entlang dessen ein Wanderweg wieder in Richtung Uni führt. Wirklcih ein schöner weg, allerdings wurde aus dem Schneegestöber langsam schon wieder nasser und kalter Matsch.
Als es dann nicht nur kalt sondern auch langsam dunkel wurde habe ich mich entschlossen, die letzten 45 Minuten bis zum Training nochmal in ein Cafe zu gehen und mich aufzuwärmen. Bis hierhin war ich mit meinem Tag mehr als zufrieden. Die Überraschung traf mich dann im Fitnessstudio, wo sie mich nicht mehr rein lassen wollten. "Wir schließen heute früher wegen des Schnees"! Also ehrlich, es war mittlerweise schon garkein Schnee mehr da!!! Mpf. Komplett fassungslos hab ich nochmal auf mein Handy geschaut und tatsächlich hatte ich auch 2 Stunden zuvor eine Nachricht bekommen, dass auch das Training im Studio ausfallen muss. Ich war also 3 Stunden im Schnee rumgestoplert, mit meiner Trainingstasche und allem Kram, um danach einfach heim zu fahren.... unglaublich.
Mangels Training und Bewegung bin ich am Samstag dann zu einem kleinen Ausflug zum Pollok Country Park aufgebrochen. Mit dem Auto nur 15 Minuten von unserer Wohnung entfernt musste ich mit dem Bus aber eine Anreise von 1 Stunde 10 Minuten in Kauf nehmen. Egal, das Wetter war toll gemeldet und ein bisschen spazieren, warum nicht. Der Park liegt um ein Anwesen, das von den Besitzern in den 1960er Jahren an Glasgow überschrieben wurde, mit der Bedingung, die Grünflächen darum zu erhalten und nicht etwa zuzubauen. Jetzt ist also ein ziemlich großer Park mitten (im Süden) von Glasgow.
Auch in diesem Park fließt ein kleines Flüsschen.
Warum genau hier eine kleine Hobbitstadt angelegt wurde ist mir nicht ganz klar....
Die alten Stallungen des Anwesens. Leider scheinen diese langsam zu verfallen, im Sommer sind, den Beschilderungen nach zu urteilen, hier auch Pferde untergebracht, die die Besucher sich anschauen können.
Das Anwesen und der Blick über den Fluss.
In diesem Anwesen kann man auch heiraten. Heute fand hier scheinbar eine Hochzeit statt, so dass man in den kleinen Garten der Bibliothek (siehe unten) nicht rein durfte. Ich musste also von außen knipsen.
Das Parkgelände zum Haus ist riesig, und ich hätte noch 2 Stunden weier umherlaufen können. Die dort befindlichen Wege, wie zum Beispiel der Rhododendron-Weg, sind vermutlich aber im Frühjahr oder Sommer schöner, so dass ich mich dann am frühen Nachmittag schon wieder auf den Heimweg gemacht habe. Auch die Hochland-Rinder die man normalerweise im Park sieht, waren wegen des Schnees im warmen Stall untergebracht. Es gibt also noch genug zu sehen für einen weiteren Besuch.
Am Sonntag fand dann wieder das Brettspiele-Treffen im Westend statt. Und wieder war es ein Tag voller Schnee. Ich habe den Eindruck, jeden Tag wurde der Schnee dicker. Da Maria auch in die Stadt musste haben wir uns gemeinsam auf den Weg zum Auto gemacht, sie wollte mich absetzen.
Während die eine Scheibe freigeschaufelt wurde ist die andere schon wieder eingeschneit, haha! Zwar haben wir mit dem Auto ziemlich lange gebraucht, insbesondere weil an den Hängen überall Autos standen die nicht weiter kamen, aber ich glaube trotzdem, dass es mit dem Bus noch schlechter gewesen wäre. Untern auf dem Bild seht ihr die Uni wie einen Schatten im Schneegestöber.
Und abends? Schonwieder nur noch Matsch. Sooooo schade! Abschließend habe ich bei dieser Woche voll Schnee und Matsch festgestellt, dass hier auch niemand streut oder die Straßen und Wege räumt! Fußgänger machen sich hier auf lebensgefährliche Wege, durch das ständige gefrieren und tauen ist teilweise 2cm dick Eis auf dem Bürgersteig, aber nirgendwo, nicht vor Geschäften, nicht vor Hauseingängen, nimmt irgendjemand mal ne Schneeschippe oder nen Besen in die Hand. Komisch. Alle jammern, der Verkehr bricht zusammen, öffentliche Einrichtungen (Uni und Fitnessstudio!) schließen und schicken die Leute heim, aber keine macht was. Die Woche muss echt ungewöhnlich gewesen sein, anders kann ich mir diese Hilflosigkeit nicht erklären.
Naja, so viel von mir, ich bin gespannt was die nächste Woche so für Erkenntnisse und Erlebnisse bringt. Ganz liebe Grüße an euch alle!
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