So ihr lieben, ich bin wieder zurück in good old Scotland und in meinen freien Tagen ist viel passiert. Die zahlreichen weihnachtlichen Spenden wurden sogleich in Erlebnisse umgesetzt, so dass ich euch hier viele neue Sachen berichten kann! ;-)
Aber alles der Reihe nach. Am 27.12. mussten wir in Mainz zu unchristlichen Zeiten das Haus verlassen um rechtzeitig am Flughafen zu sein. Da um 4.10 Uhr morgens noch kein Bus fährt mussten wir also direkt mal in ein Taxi zum Mainzer Hbf investieren, was ja glücklicherweise nicht so weit ist. In Frankfurt waren wir dann auch bei Zeiten, mit uns aber noch Menschen für 5 weitere Ryanair-Flüge, die alle zwischen 6.15 und 6.45 abheben sollten, so dass die Schlange an den 3 gerade erst geöffneten Schaltern zur Gepäckabgabe ungaublich lang war... dazu kam dann noch eine unglaublich schlechte Organisation, so dass wir erst 40 min warten mussten, dann aus Zeitgründen nach vorne geschickt wurden und dann mal wieder sehr knapp erst am Gate ankamen. Entspannt reisen ist anders. Naja, Ryanair halt. In Glasgow angekommen ist es vom Flughafen zu mir nur 15 Min. mit dem Taxi, was außerdem noch billiger ist, als erst mit dem Bus in die Stadt zu fahren und dann von dort zu mir, das ging also wenigstens problemlos und stressfrei. Trotzdem mussten wir uns dann erst mal hinlegen und nochmal ein Stündchen die Augen ausruhen.
Nachmittags haben wir uns dann hochgequält und sind nochmal in die City. Eigentlich waren die City Chambers unser Ziel: unglaublich prunkvoll dekoriert sollen sie schon als Filmkulissen für den Vatikan oder den Kreml hergehalten haben. Nachdem unser letzter Versuch leider daran scheiterte, dass sie an einem Wochenende geschlossen sind (jaja, öffentiche Verwaltung halt), mussten wir jetzt leider schonwieder vor vershlossenen Türen stehen: auch zwischen den Jahren bis zum 8.1.2018 ist hier leider nichts zu wollen. Das war jetzt schon mein dritter Versuch - ob ich es jemals schaffe? Ab dem 8.1. muss ich ja auch wieder arbeiten, und meine Arbeitszeiten sind nunmal genau identisch mit den Öffnungszeiten, haha.
Glücklicherweise gibt es noch mehr zu tun in Glasgow, so dass wir uns ein bisschen in den östlichen Teil der Stadt begeben haben, um uns die Kathedrale und die Nekropolis anzuschauen. Der alter Friedhof neben der Kathedrale stellte sich wirklich als sehenswert heraus: die reichen Familien und Clans reihen hier ihre Mausoleen und Grabmäler nebeneinander!
Der erste Blick von der Straße in Richtung Nekropolis ... und ja, genau da steht auch die Tardis (Zeitmaschine, die als blaue Polizeibox getarnt ist)! Ob Doctor Who wohl gerade hier rumspaziert?
Da haben sich einige ein ganzschönes Denkmal gesetzt (oder möglicherweise auch setzen lassen, wenn man bedenkt, dass es ja ein Friedhof ist)...
Mit diesem Spaziergang war unser erste Tag zurück in Schottland dann auch schon vorbei. Am nächsten Tag sollte uns dann der Zug anch Edinburgh führen, wo jede Menge neue Eindrücke gesammelt werden mussten!
Edinburgh
Hier waren wir also vom 28.-30.12. Gegen Mittag waren wir in unserer Unterkunft wo Reea schon auf uns wartete. Gemeinsam zogen wir dann los, um schon ein bisschen was von der Stadt zu sehen, ohne aber die wirklich interessanten Dinge voraus zu nehmen: Lisa sollte nämlich ert abends um 22 Uhr eintreffen und sollte ja nicht alles verpassen. Wir haben uns daher dazu entschlossen, den Calton Hill zu erklimmen. Da war ich zwar schon beim letzten Besuch gewesen, aber da war es dunkel, es war also trotzdem noch interessant für mich. Außerdem konnten wir jetzt bei Nachmittagslicht auch wunderbare Bilder machen und über beinahe ganz Edinburgh gucken.
Wir hatten glücklicherweise wunderbares Wetter, und haben uns daher fast bis Sonnenuntergang hier oben aufgehalten... auch wenn es ziemlich windig und kalt war!
Rahmi vor dem National Monument
Arthur's Seat, mitten in der Stadt. Zum hochlaufen war die Zeit zu knapp, aber das wäre wohl eh nicht auf besonders viel Begeisterung gestoßen denke ich.
Blick über die Stadt. Wegen des Gegenlichts mussten wir warten, bis sich die Sonne zumindest zur Hälfte hinter dem Schloss versteckt, andernfalls hätte ich schonwieder keine Bilder machen können.
Nach unserem Besuch auf dem Calton Hill sind wir zurück in Richtung unserer Wohnung, haben aber nochmal einen kleinen Zwischenstopp auf dem Weihnachtsmarkt eingelegt. Bei Glühwein, Glüh-Gin und schönen Ausblicken haben wir dann auch hier noch gut Zeit verbracht,
Blick vom Heimweg in Richtung Schloss. Abends waren wir dann noch im Pub essen und haben danach Lisa am Bahnhof eingesammelt. Die arme hatte leider kein Glück, denn sämtliche Griffe ihres Koffers sind auf der Reise abgerissen oder sonstwie kaputt gegangen. zu viert plus Koffer konnten wir dann aber auch guten Gewissens ein Taxi zurück zur Wohnung nehmen. =)
Tag 2 in Edinburgh
Da wir jetzt endlich vollzählig waren konnten wir also mit unserem großen Sightseeing-Programm starten. Während wir also guter Dinge am Frühstück saßen und Pläne schmiedeten für die Besichtigung des Schlosses, eine Stadtführung, die für Ruben eine Überraschung sein sollte sowie den abendlichen Pubcrawl (so richtig mit Guide und Freigetränken, Reea hatte sowas noch nie gemacht und wollte das mal ausprobieren) trugen sich auf der Straße unglaubliche Dinge zu:
Wie aus dem Nichts fing es wild an zu schneien, und innerhalb weniger Minuten (solange wie wir brauchten unserer Jacken anzuziehen und auf die Straße zu rennen) lag Schnee in Edinburgh! Juhuuuu, ich dachte schon ich erlebe einen schneelosen Winter!
Durch das Schneegestöber bahnten wir uns also unseren Weg durch die Stadt in Richtung Castle Hill, da unser erstes Ziel das Schloss war. Wie sich herausstellte war das eine sehr gute Idee, denn als wir mittags aus dem Schlossgelände raus sind waren mindestens doppelt so viele Menschen in der Schlange vor dem Eingang. Wie schlau wir doch sind, hehe!
Edinburgh Castle im Schneegestöber! Und wir davor, hehe.
Lisa, ich und Reea trotzen dem Schnee!
In dieser Halle brachte man uns in Kostümierung das hofgerechte Verhalten näher, was aber beim anschließenden Wiskey-Tasting 2 Gebäude weiter leider wieder vergesssen wurde! (Kleiner Spaß, es gab eine Gratis-Kostprobe von einem Wisky, der so süß war, dass wir Banausen es als Likör gezeichnet hätten... vermutlich liegen wir sogar richtig, und man hat sich nur nicht die Mühe gemacht, den Ahnungslosen Touristen so viel zu erklären.)
| Blick zum Carlton Hill. |
| Blick zu Arthur's Seat. |
Zum Aufwärmen brauchten wir dann erst mal einen Irish Coffee, der uns aber irgendwie nicht so gut bekam...
Nach dem Irish Coffee ging es dann ab zur Harry Potter Stadtführung! Führ Ruben sollte es eine Überraschung werden, daher hatte er nicht die leiseste Ahnung, was nun auf dem Programm stehen könnte. Am Sammelpunkt standen verschiedenste Grüppchen von Menschen, und als ein Mädel mit Umhang um die Ecke kam und fragte, ob jemand zur Harry-Potter-Stadtführung gehört schnellte Rubens Arm in die Luft, begleitet von einem "yes!!!" und er stapste hinterher. Nur gut, dass das tatsächlich unser Plan war, wäre es das nicht gewesen wäre Ruben weg gewesen, haha!
Im Laufe der Tour haben wir dann verschiedene Straßen und Orte besucht, die J.K. Rowling als Inspiration gedient haben (könnten), sowie zwei Cafés, in denen sie an den Büchern schrieb.
Auf diesem Friedhof gibt es zum Beispiel das Grab eines Thomas Riddel, der, wie der aufmerksame Harry-Potter-Fan weiß, ja Lord Voldemort ist. Nebenan befindet sich eine Privatschule, die wie Hogwarts in 4 verschiedene Häuser eingeteilt ist.
Die Führung dauerte bis zur Dämmerung, und vor dieser Kulisse haben wir dann den Heimweg angetreten um noch etwas zu Essen zu bekommen und uns auf den bevorstehenden Pubcrawl vorzubereiten. Hiervon gibt es natürlich keine Bilder, zum einen weil ich nie eine Hand frei hatte und zum anderen weil die vermutlich eh nicht sehr ansehnlich geworden wären, hehe.
Glasgow
Am nächsten Morgen waren wir jedenfalls ziemlich müde und haben außer der Fahrt nach Glasgow kaum Motivation Großes zu erleben. Trotzdem haben wir uns, dachdem die Mädels eingecheckt hatten und sich frisch machen konnten, nochmal auf den Weg gemacht. Da es schon wieder dunkel wr, war natürlcih die Ashton Lane ein sehenswertes Ziel. Außerdem gab es hier viele Möglichkeiten abendzuessen. Wir haben uns (danke für den Tipp Andreas) fürs Zizzies entschieden. Da uns allen nicht wirklich nach Pub zumute war sind wir danach noch ins Kino. "The Greatest Showman", zu Rubens Schreck ein Musical, konnte man sich im zuge der seichten Abendunterhaltung mal anschauen, auch wenn es zugegebenermaßen unglaublich kitschig, schnulzig und "horribly american" (Reea) war. Nochmal würde ich ihn nicht anschauen, aber naja, hat für den Abend seinen Zweck erfüllt.
Silvester
Am 31. haben wir dann tagsüber noch einen kleinen Rundgang durch die Stadt gemacht, beispielsweise den George Square besucht, wo gerade die Überreste des Weihnachtsmarktes abgebaut wurden. Leider hat es dann unglaublich angefangen zu regnen, dass wir die weitere Tour etwas abkürzen mussten. Statt an der Kelvingrove Arte Gallery durch den Park zu schlendern und die Uni und das Westend zu sehen haben wir also ein warmes Pub gesucht und gemuütlich gegessen. Auch danach wollte der Regen einfach nicht aufhören so dass wir uns nach Hause gemacht und auf den Abend vorbereitet haben.
George Square
Kelvingrove Art Gallery + Museum
Abends im Pub hatten wir dann einen super Platz, es war nicht zu wild und wir konnten gemütlich babbeln, bis um 0 Uhr dann die Stimmung wechselte, alle sich ein frohes neues Jahr wünschten und richtige Partystimmung aufkam. Was es allerdings nciht gab war Feuerwerk. Privatpersonen dürfen (zumnindest in der Stadt) scheinbar kein Feuerwerk machen, und die Stadt Glasgow hat, im Gegensatz zu Edinburgh, keines veranstaltet. Auf den Straßen war also nichts los um Mitternacht, und alle feierten einfach da weiter, wo si eangefangen hatten. Unser Taxifahrer am nächsten Tag meinte, das liege daran, dass die Stadt Geld sparen wollte. Ein anderer sagte uns aber, dass eigentlich eine Veranstaltung auf dem George Square geplant gewesen sei, wegen des starken Regens aber nicht stattgefunden habe... wir werden es nciht erfahren, aber es war auch so gut und wir hatten einen schönen Abend!
Am 1.1.2018 haben wir erst mal ausgeschlafen. Da es glücklicherweise nicht mehr geregnet hat haben wir heute versucht, das Programm vom Vortag nachzuholen und waren an der Uni und im Westend, im Botanischem Garten usw. Größere Touren waren allerdings nicht drin, da in Glasgow sowohl der 1. als auch der 2. Januar große Feiertage sind, an denen auch alle Busfahrer und Lokführer und U-Bahn-Kapitäne usw. frei haben. Der einzige Weg von A nach B, wenn er zu weit zu laufen ist, ist also ein Taxi. Statt wie wild durch die ganze Stadt zu fahren haben wir uns daher auf die Region der Uni beschränkt.
Auch unsere abendliche Auswahl an Pubs war stark eingeschränkt, so konnten wir Lisa und Reea leider nicht das Pub in einer Kirche zeigen (oder zumindest nicht von innen). Trotzdem haben wir noch ein nettes Plätzchen gefunden, und der Nachtisch sah einfach gut aus!
Nachtisch und Holzdekorationen im "Curlers Rest". Das war dann auch unser letzter gemeinsamer Tag, denn die Mädels mussten am 2.1. schon früh abreisen. Aber schön war's!
Isle of Arran
Am 2.1. haben Ruben und ich erst mal ordentlich ausgeschlafen, dann galt es, sich mal ein bisschen mit meinen Mitbewohnern zu unterhalten, Wäsche zu waschen, Ruben musste Lynne mit einem Computerproblem helfen, außerdem mussten wir unbedingt mal einkaufen, und schwupp, da war der Tag schon wieder rum. Im Vergleich zu den vorigen Tagen relativ ereignislos, aber dafür um so wichtiger. Abends haben wir dann gekocht, es schmeckte so naja, und am nächsten Morgen mussten wir dann schon wieder recht früh los zum Zug nach Ardrossan, von wo uns die Fähre nach Arran bringen sollte.
Obwohl Ruben meinte, dass das Motiv direkt am Hafen oder aus der Fähre nicht so schön sei stellte sich heraus, dass es gut war das Bild geschossen zu haben: an keinem anderen Tag sollten wie die Spitze des Goatfell, des höchsten Berges auf Arran, zu sehen bekommen:
Der Goatfell (874m).
Hier am Hafen im Brodick hat Ruben sich dann mal einen Schal gekauft, sehr klug auf so einer Insel, und dann sind wir zur Tankstelle, die gleichzeitig auch der Autoverleih war. Eine recht burschikose Dame hat uns da dann unseren kleinen Flitzer gegeben, über dessen Größe (oder Kleinse) ich doch ziemlich froh war, denn die ersten 2-3 km bin ich laut Ruben fast im Straßengraben gefahren. Nachdem ich mich aber schnell dran gewöhnt hatte haben wir sofort begonnen, die gesamte Insel einmal zu umrunden. Obwohl Regen angekündigt war hatter wir ziemliches Glück, und konnten noch ein paar tolle Ecken erkunden:
Unser erster Stopp war schon wenige km südlich von Brodick, wo das obligatorische "Ich hab Durst" uns zu einem kleinen Supermarkt mit tollem Blick auf Holy Island führte.
Auf dieser Insel werden wohl spirituelle Seminare und so weiter angeboten, und im Winter ist sie für Besucher (die nicht an den Seminaren und Workshops teilnehmen) geschlossen. Ich habe neugiereigerweise mal gegooglet, und auf deren Homepage steht sowas wie "Zentrum für Weltfrieden und Umwelt" oder so... ein bisschen walla-walla nehme ich an. Trotzdem eine sehr schöne Insel.
Der zweite Stopp war wieder nur wenige km später in Kingscross, wo wir uns die Füße vertreten haben und ich nochmal kurz ein bisschen Entspannung brauchte, nachdem Ruben meinte ich würde ihn mit meinen Fahrkünsten umbringen. Zugegebenermaßen war ich am Anfang auf wirklcih noch ein bisschen verspannt. Der Blick hier hat aber entschädigt.
Am Südzopfel der Insel wurde das Wetter stürmischer, die Straßen enger und hopriger, aber meine Fahrkünste zum Glück entspannter und routinierter. Da ist er, unser kleiner Flitzer:
Auch das Ufer wurde rauer, und neben günen Schafweiden gab es auch steile Klippen.
Der Wind, der Wind das himmlische Kind...
Klein Rahmi wartet ganz oben...
Lochranza
Lochranza Castle, klein und im Winter geschlossen.
Die Arran/Lochranza Distillery: Unsere Hoffnung auf einen kleine Besichtigung oder Whisky-Probe haben sich verflüchtigt, denn auch hier kann man leider nur im Sommer rein.
Das Gleiche ist uns dann auch noch in der Arran Brewery passiert: ebenfalls nur im Sommer geöffnet. Und im Kaffe nebenan war eine private Veranstaltung. Man möchte meinen im Winter wollen die Schotten lieber unter sich bleiben. Allerdings müssen hier im Sommer Unmengen von Menschen auf der Insel sein, jetzt im Winter wohnen hier dagegen nur 4000. Da bevorzuge ich doch den ruhigen Winter, ein Bier kann man auch ohne Brewery trinken!
Abends haben wir dann ein gemütliches Pub gefunden, wo wir gut gegessen haben und den Tag gemütlich haben ausklingen lassen.
Am nächsten Morgen konnten wir dann mit Meerblick frühstücken, auch sehr schön!
Heute hat der Regen allerdings wieder zugeschlagen... wir haben uns daher dazu entschieden, das Castle zu besuchen. Dreimal dürft ihr raten: Im Winter nicht geöffnet! Aber immerhin ist der Schlosspark offen und daher auch kostenfrei, während man im Sommer Eintriff zahlen muss. Abgesehen davon, dass wir jetzt halt doch draußen im Regen waren war es also ein ganz gutes Schnäppchen. Der Park selbst war echt schön angelegt, auf jeden Fall einen Besuch wert!
Nach dem Park wollten wir mal eine der zwei Straßen abfahren, die durch das Innere der Insel führen. Hier soll auch eine der wichtigesten neolithischen Stätten Großbritanniens zu finden sein. Als alter Steinengucker war ich natürlcih begeistert und wir sind mitten auf der Straße 2 mal umgedreht, weil wir dachten, wir hätten die Ausfahrt verpasst. Schließlich kamen wir dann irgendwann auf der anderen Seite der Insel an, ohne auch nur entwas annäherungsweise steinzeitliches gesehen zu haben. Da aber ein Toilettenstopp dringend von Nöten war haben wir eine Pause eingelegt und bei Guiness bzw. Kaffee (für die Fahrerin) über den weiteren Tagesverlauf beraten.
Statt weiter im Regen wie wild nach Steinkreisen zu suchen haben wir uns entschlossen, nocheinmal durch den wilden Süden der Insel zu fahren und uns dann in unserem Guesthouse kurz auszuruhen, abends dann schon früh essen zu gehen in einem Pub, in dem Livemusik angekündigt war. Obwohl wir uns wegen mangelnder Reservierung nochmal umsetzen mussten hat das aber auch geklappt, und wir haben mal einen echt schottischen Freizeit-Folk-Musiker gesehen - war nicht schlecht.
Der 5.1. war schon wieder unser Abreise-Tag. Gerne hätten wir noch eine Nacht verlängernt, da wir dann aber nochmal eine Nacht plus die Verpflegung hätten bezahlen müssen, haben wir uns dagegen entschieden. Außerdem konnten wir auch kein Pub-Food mehr sehen und wollten abends lieber wieder selbst was kochen, dazu nen schönen Salat, hach ja. Also Abreisetag. Trotzdem konnten wir den tag ja noch nutzen. Ich hatte online recherchiert und verschiedene Spaziergänge mit einer Dauer von 2 Stündchen rausgesucht. Da es nicht so stark regnete und alles war man drinnen machen könnte ja geschlossen hatte haben wir uns also auf den Weg gemacht. Wir wollten den Glenrosa-Circuit gehen, den in einem Tal am Fuße des Goatfell entlangführt, also kaum Steigungen hat, aber laut den Bewertungen landsachftlich sehr schön sein soll.
Los ging es erst mal entlang eines Baches, erstaunlicherweise doch bergauf, aber das war glücklicherweise die einzige Steigung die zu bewältigen war. Für kritische Blicke hat es jedoch gereicht:
Nach dem Bach ging es entlang eines Nadelwalds, dann durch den Nadelwald, wieder die etwa gleiche Anzahl an Höhenmetern bergab.
Und als wir dann aus dem Wald raus waren waren wir im Glen Rosa, dem eigentlichen Tal.
Die Landschaft war hier total anders, wie in den Highlands, aber eben auch genauso nass: Der Weg und die Wiese standen teilweise unter Wasser, und wie sich später herausstellen sollte waren meine Schuhe dem diesmal leider nicht gewachsen.
Immer weiter entlang des Flusses das Tal hinauf, irgendwann sollte da doch eine Brücke kommen?...
Nachdem wir schon vorher zweit Hirsche von weitem gesehen hatten lagen diese zwei nur 15m obhalb des Weges und entspannten sich, während sie uns kritisch im Auge behielten. In freier Natur war ich noch nie so nahe an einem so großen Tier, ich war froh, dass beide gelegen haben und habe tatsächlich gezögert, weiterzugehen.
Da, endlich die Brücke! Unsere Stimmung war wegen Nässe und Kälte schon länger nicht mehr auf dem Höhepunkt, da konnten auch die Hirsche nichts ändern.
Ein letzter Blick ans End des Tals, wo die höheren Berge in den Wolken verschwinden, und ab zurück in Richtung Auto.
Das Ende des Tals, hier fangen wieder Zäune und Felder an.
Bis wir endlich wieder am Auto waren hatten wie gefühlte 2 Stunden kein Wort mehr geprochen und sind nur im kalten und ständigen Nieselregen stur vor uns hin gestapst. Eigentlich schade, denn der Weg und die Landschaft waren wirklich toll, nur hat alles viel länger gedauert als eingeplant, wir waren nass und durchgefrohren und hatten nur noch 45 Minuten bis wir an der Fähre sein sollten. Bei voll aufgedrehter Heizung sind wir also zurück in Richtung Brodick, haben das Auto zurückgegeben und im angrenzenden Kaffee noch eine heiße Tomatensuppe verspeist, bevor wir dann auf die Fähre sind. Einen Platz auf der Fähre gefunden haben wir erst mal unser Gepäck aufgemacht und uns trockene Sachen angezogen, und dann ging alles schon viel besser.
Ein bisschen neidisch war ich allerdings auf die zwei Hunde neben uns: Herrchen und Frauchen wissen wohl ganz gut, wie das Wetter hier so spielt: für die Heimfahrt hatten die zwei einen Frottee-Hunde-Bademantel an! Der sah sooo schön kuschelig und warm aus! Die Hunde sind hier in Schottland besser ausgestattet als wir, haha!
Abends spät waren wir also wieder in Glasgow und haben es uns unter einer warmen Decke bei Suppe und James Bond gemütlich gemacht.
Am Samstag haben wir dann das Riverside Museum besucht, ein Transportmuseum in dem die alte U-Bahn und ein Segelschiff ausgestellt waren, aber auch eine alte Straße mit Geschäften aus dem 19. Jahrhundert nachgebaut wurde.
Blick vom Museum über den Clyde in Richtung City.
Am Sonntag morgen musste Ruben dann schon wieder um 6.15 zum Flughafen, und ich habe mit den Tag mit aufräumen, den Weihnachtsbaum abschmücken und einem kleinen Spaziergang im Queen Victoria Park vertrieben... blauer Himmel und Sonnenschein, dafür Tageshöchsttemperaturen von 0 Grad - wäre vermutlich trotzdem besser gewesen als der Regen, den der arme Ruben die letzten Tage erdulden musste.
Im Victoria Park befinden sich auch versteinerte Baumstüpfe, älter als die Dinosaurier. Daran war ich sehr interessiert. Man hat sie im 19.Jahrhundert gefunden und dann eine Halle darüber gebaut, um sie zu erhalten. Wie ihr euch schon denken könnt war diese Halle aber .... na? .... im Winter geschlossen und erst wieder ab Mai zugänglich. Ich werd hier noch wahnsinnig! Naja, war trotzdem ein schöner kleiner Spaziergang.
Auf dem Rückweg vom Park konnte ich im Wohngebiet nicht weit von mir weit in der Ferne Berge erkennen: Der kleine Knubbel der zwischen den Bäumen heraussteht ist tätsächlich der Dumgoyne, auf den ich mich vor ein paar Wochen hochgequält und bei dessen Abstieg ich mich auf den hosenboden gesetzt habe! Also wenn man den von Glasgow aus sieht muss man von dort ja auch Glasgow sehen! Bei guter Sicht muss ich das vielleicht nichmal in Angriff nehmen....
So, das war mein Start ins neue Jahr. Jetzt heißt es erst mal wieder arbeiten und vor allem sparsam leben, denn wie ihr euch denken könnt waren die letzten Tage zwar erlebnisreich, aber trotz wandern und gesparter Eintrittsgelder doch viel teurer als gedacht. Trotzdem gibt es aber auch nächste Woche bestimmt einiges zu erzählen! Bis dahin viele Grüße und allen noch ein frohes neues Jahr!!!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen