Montag bis Donnerstag: Die Woche mit Ruben
Nachdem wir letzten Sonntag einen wunderbaren Herbstausflug gemacht haben waren Ruben und ich ab Sonntag allein in Glasgow. Leider mussten wir beide arbeiten, aber die Abende konnten wir ja trotzdem ganz gut nutzen, so waren wir zum Beispiel im Kino (Mord im Orient Express), Essen oder durch die Stadt spazieren.
Dabei gab es zum Beipiel einen lecker schottischen Gin nach indischem Rezept, mit Kardamom, schwarzem Pfeffer, Nelken und Orange. Yummi.
Außerdem ist in der Stadt langsam die Weihnachtsbeleuchtung an, da es um kurz vor 4 schon dunkel ist wirkt das natürlich besonders schön.
Auch der erste kleine Weihnachtsmarkt hatte schon offen. Zwar ist das natürlich nicht mit unseren Weihnachtsmärkten zu vergleichen (es gab einen Maronen-Stand mit einem Kocher voll Glühwein, der nciht besetzt war und wo keine Menschen anstanden... ansonsten gab es keinen Glühwein, nur Tee mit Whisky oder Kakao mit Baleys... tztztz), aber es war ganz nett, mal hier durch zu wackeln.
Dabei habe ich dann auch meine erste Kokos-Makrone gegessen. Lecker!
Außerdem kam Kulinarius auf die Idee, mal für meine Mitbewohner zu kochen. Tatsächlich habe ich dann gekocht und Ruben hat die Gäste mit Getränken versorgt und Hilfsarbeiten verrichtet, aber das ist vielleicht nicht sooooo schlecht gewesen so.
Leider konnten mittwoch abends nicht alle mitessen, aber zu fünft war es auch ganz nett. Links sitzt Maria mit ihrem Freund, mit denen wir dann nach dem Essen nochmal in die Stadt sind, in der Mitte ist Lynne, meine Vermieterin.
Die Woche war auch wieder unglaublich schnell rum. Am letzten Abend (Donnerstag) waren Ruben und ich dann nochmal essen. Wir wollten zu einem schönen Inder, leider war das Ambiente etwas rumpelig. Das Essen war aber trotzdem gut, also kein Grund zum Beschweren.
Freitag und Samstag:
Am Freitag war ich dann wieder allein und musste nach der Arbeit erst mal ein bisschen Haushalt erledigen und entspannen. Außerdem habe ich den Tag genutzt, um meinen Auflug für Samstag zu planen:
Eigentlich wollte ich gerne mal auf den Ben Lomond, der war am Sonntag noch vollständig schneefrei gewesen und sah wunderbar herbstlich aus. Leider kann man ihn ohne Auto nicht erreichen, die nächste Anbindung mit dem ÖPNV ist 2,5 Stunden Fußmarsch entfernt. Zusammen mit 5 Stunden Auf- und Abstieg und dann 2,5 Stunden zurück leider nicht möglich, und definitv nicht im Hellen. Zwar war ich ein bisschen enttäuscht, als ich mich dann um eine kleinere Route am Conic Hill in Balmaha entschieden habe, aber es sollte sich herausstellen, dass das garnicht so dumm war: In der Nacht von Freitag auf Samstag hat es nämlcih, entgegen dem Wetterbericht, geschneit! =)
Der Blick in die Ferne hat schon verraten, dass auf den Bergen Schnee liegt, und die Brücke hier war unglaublich glatt. Allerdings ging der Weg zunächst durch den Wald, wo weder Schnee noch kalter Wind zu spüren war. Vorfreude auf dei kleine Wanderung.
Zwar war ich nach 2 Wochen Erklältung ziemlich am Schnaufen und auch der Weg wurde immer glitschiger, nachdem ich den Wald verlassen hatte, aber das Wetter war unglaublich. Der Blick über den See bei Sonnenschein ist echt super! Aber wie ihr seht habe ich bereits die Jacke getauscht: Die Regenjacke hält Wind und Wetter doch besser ab als die andere Jacke.
Der "Hügel" hinter mir ist mein Ziel. Ich bin mittlerweile froh, nicht auf dem Weg zum Gipfel des Ben Lomond zu sein, besonders weil ich immernoch auf dem West Highland Way bin, eigentlich aber schon längst hätte rechts abbiegen sollen. Bei dem Schnee war der Weg einfach nicht zu sehen. Da es sich aber um einen Rundweg handelt ist das ja nicht so schlimm, hauptsache ich komme irgendwie da oben an. Bei dem Wetter muss man eine super Aussicht haben!
Oben angekommen war es dann leider mit der guten Aussicht vorbei: Wolken und Schneegestöber statt Sonnenschein. Wäre ich nur ein bisschen schneller gewesen...
Trotzdem habe ich recht lange hier oben verbracht, es war echt schön, in alle Richtungen zu schauen. Auf dem Weg herunter kam dann langsam die Sonne wieder zum Vorschein. Auf Halber Höhe habe ich tatsächlich darüber nachgedacht, noch einmal zurückzugehen. Allerdings war es jetzt schon fast um die Mittagszeit, und massenhaft Familien mit quängelnden Kindern haben versucht, den Gipfel über den recht gut ausgebauten West-Highland Way zu erreichen. Zwar haben 80 % wieder umgedreht bevor sie ankamen, aber ich war froh als ich den Weg endlcih verlassen konnte. Die Route die ich mir ausgesucht hatte führte ab Halber Höhe dann über einen weiteren kleinen Bergrücken, und dort habe ich nur einen einzigen Wanderer getroffen. Sehr schön!
Hier geht es jetzt über eine Schafweide gemütlich in Richtung See. Etwas rutschig auf dem nassen Gras war es zwar, aber schön.
Am Fuß des Berges angekommen musste ich über ein Gatter klettern und schnell über eine Schafweide rennen, um auf der anderen Seite wieder auf den Uferweg zu kommen, der auch ein Teil des West Highland Weges ist. Das Wetter war hier mittlerweile wieder unglaublich. Die Sonne hat geblendet und am Strand war eine Brandung, es hat richtig an Sommer- (ok, vielleicht besser Herbst-) Urlaub erinnert.
Als ich um 13.35 Uhr zurück in Balmaha war, war ich trotz des schlechten Wetters auf dem gipfel doch sehr zufrieden mit meiner kleinen Tour. Da ich mich hier im "Middle of Nowhere" befand, musste ich jetzt noch 1,5 Stunden totschlagen, bis mich der nächste Bus zum Bahnhof bringen konnte. Glücklicherweise ist Loch Lomond ja das Touristenziel schlechthin, so dass natürlich ein gemütlicher Pub zum Mittagessen eingeladen hat.
Sonntag
Abends in Glasgow, nach einer schönen warmen Dusche, habe ich dann dem Motto des Gipfels und dieses Beitrags alle Ehre gemacht und ganz im Sinne von "Winter is Coming" mal endlich die 7. Staffel Game of Thrones fertig geschaut. =)
Gestern ging es dann direkt ganz weihnachtlich weiter, denn Glasgow macht sich jetzt so richtig bereit für die festliche Zeit. Mittags war in der Stadt ien Weihnachtsumzug, der scheinbar zugunsten von Kindereinrichtungen ging. Einige Kindergärten, Tanzgruppen, das Kinderkrankenhaus und eine Behinderteneinrichtung waren mitwirkende Gruppen. Während mich das Gedränge am Streckenrand an Rosenmontag erinnert hat, war die Umzugsgröße aber eher zu vergleichen mit dme Umzug in Gau-Algesheim (auch wenn hier niemand mit 1 Mio. Bass auf Trekkern durch die Stadt gefahren ist).
Nach dem Umzug hat mich mein Weg dann ins Westend nahe der uni geführt, wo auch wichnachtliche Veranstaltungen und Vintage-Märkte etc. stattfinden sollten.
Mein erster Stopp war hier die Ashton Lane. Sieht unglaublich nett aus, aber ist nur 150m lang. Ständchen mit Geschenken oder so gab es hier nicht, allerdings Glühwein. Der hat am ersten Stand 5 Pfund gekostet. Am Stand mit 4 Pfund war er ausverkauft, daher konnte ich dann nur noch einen lauwarmen für 4,50 ergattern.
Obwohl nicht ganz billig und nicht ganz heiß hat er doch gut geschmeckt!
Weiter ging meine Tour, und obwohl ich durch dieses Gässchen schon ein paar mal gelaufen bin war es diesmal das erste Mal vor 5 Uhr, so dass viele der kleinen Lädchen noch geöffnet hatten. Neben einer Pizzeria mit riesigem Steinofen gibt es hier jede Menge kleine Läden die Second Hand, Vintage modernes, Kunst und Accessoires verkaufen.
Dabei bin ich auf ein kleines Cafe gestoßen, wo es uuuuunglaublich
leckere Scones mit Clotted Cream, Marmelade und einer Tasse Tee gab, und
das alles noch günstiger als der kleine Glühwein im Styropor-Becher.
Abends war ich dann noch mit Lynne und Maria in einem Pub, da die Tochter von Lynnes Freundin dort ein Konzert gegeben hat. Singer-Songwriterin und gerade Anfang 20, aber echt klasse. Danach bin ich alerdings erschöpft ins Bett gefallen und habe mich dann heute morgen gewundert, warum das Wochenende so kurz und unentspannt war... Nächstes Wochenende dann vielleicht doch lieber einfach nur Decke über den Kopf und im Warmen bleiben? Wir werden sehen...
Viele Grüße an alle daheim!




