Montag, 27. November 2017

Winter is coming

Montag bis Donnerstag: Die Woche mit Ruben
 
Nachdem wir letzten Sonntag einen wunderbaren Herbstausflug gemacht haben waren Ruben und ich ab Sonntag allein in Glasgow. Leider mussten wir beide arbeiten, aber die Abende konnten wir ja trotzdem ganz gut nutzen, so waren wir zum Beispiel im Kino (Mord im Orient Express), Essen oder durch die Stadt spazieren.


Dabei gab es zum Beipiel einen lecker schottischen Gin nach indischem Rezept, mit Kardamom, schwarzem Pfeffer, Nelken und Orange. Yummi.

Außerdem ist in der Stadt langsam die Weihnachtsbeleuchtung an, da es um kurz vor 4 schon dunkel ist wirkt das natürlich besonders schön.


Auch der erste kleine Weihnachtsmarkt hatte schon offen. Zwar ist das natürlich nicht mit unseren Weihnachtsmärkten zu vergleichen (es gab einen Maronen-Stand mit einem Kocher voll Glühwein, der nciht besetzt war und wo keine Menschen anstanden... ansonsten gab es keinen Glühwein, nur Tee mit Whisky oder Kakao mit Baleys... tztztz), aber es war ganz nett, mal hier durch zu wackeln.


 Dabei habe ich dann auch meine erste Kokos-Makrone gegessen. Lecker!



Außerdem kam Kulinarius auf die Idee, mal für meine Mitbewohner zu kochen. Tatsächlich habe ich dann gekocht und Ruben hat die Gäste mit Getränken versorgt und Hilfsarbeiten verrichtet, aber das ist vielleicht nicht sooooo schlecht gewesen so. 
Leider konnten mittwoch abends nicht alle mitessen, aber zu fünft war es auch ganz nett. Links sitzt Maria mit ihrem Freund, mit denen wir dann nach dem Essen nochmal in die Stadt sind, in der Mitte ist Lynne, meine Vermieterin. 


Die Woche war auch wieder unglaublich schnell rum. Am letzten Abend (Donnerstag) waren Ruben und ich dann nochmal essen. Wir wollten zu einem schönen Inder, leider war das Ambiente etwas rumpelig. Das Essen war aber trotzdem gut, also kein Grund zum Beschweren.


Freitag und Samstag:
 
Am Freitag war ich dann wieder allein und musste nach der Arbeit erst mal ein bisschen Haushalt erledigen und entspannen. Außerdem habe ich den Tag genutzt, um meinen Auflug für Samstag zu planen:
Eigentlich wollte ich gerne mal auf den Ben Lomond, der war am Sonntag noch vollständig schneefrei gewesen und sah wunderbar herbstlich aus. Leider kann man ihn ohne Auto nicht erreichen, die nächste Anbindung mit dem ÖPNV ist 2,5 Stunden Fußmarsch entfernt. Zusammen mit 5 Stunden Auf- und Abstieg und dann 2,5 Stunden zurück leider nicht möglich, und definitv nicht im Hellen. Zwar war ich ein bisschen enttäuscht, als ich mich dann um eine kleinere Route am Conic Hill in Balmaha entschieden habe, aber es sollte sich herausstellen, dass das garnicht so dumm war: In der Nacht von Freitag auf Samstag hat es nämlcih, entgegen dem Wetterbericht, geschneit! =)


Der Blick in die Ferne hat schon verraten, dass auf den Bergen Schnee liegt, und die Brücke hier war unglaublich glatt. Allerdings ging der Weg zunächst durch den Wald, wo weder Schnee noch kalter Wind zu spüren war. Vorfreude auf dei kleine Wanderung.


Zwar war ich nach 2 Wochen Erklältung ziemlich am Schnaufen und auch der Weg wurde immer glitschiger, nachdem ich den Wald verlassen hatte, aber das Wetter war unglaublich. Der Blick über den See bei Sonnenschein ist echt super! Aber wie ihr seht habe ich bereits die Jacke getauscht: Die Regenjacke hält Wind und Wetter doch besser ab als die andere Jacke.


Der "Hügel" hinter mir ist mein Ziel. Ich bin mittlerweile froh, nicht auf dem Weg zum Gipfel des Ben Lomond zu sein, besonders weil ich immernoch auf dem West Highland Way bin, eigentlich aber schon längst hätte rechts abbiegen sollen. Bei dem Schnee war der Weg einfach nicht zu sehen. Da es sich aber um einen Rundweg handelt ist das ja nicht so schlimm, hauptsache ich komme irgendwie da oben an. Bei dem Wetter muss man eine super Aussicht haben!




Oben angekommen war es dann leider mit der guten Aussicht vorbei: Wolken und Schneegestöber statt Sonnenschein. Wäre ich nur ein bisschen schneller gewesen...


Trotzdem habe ich recht lange hier oben verbracht, es war echt schön, in alle Richtungen zu schauen. Auf dem Weg herunter kam dann langsam die Sonne wieder zum Vorschein. Auf Halber Höhe habe ich tatsächlich darüber nachgedacht, noch einmal zurückzugehen. Allerdings war es jetzt schon fast um die Mittagszeit, und massenhaft Familien mit quängelnden Kindern haben versucht, den Gipfel über den recht gut ausgebauten West-Highland Way zu erreichen. Zwar haben 80 % wieder umgedreht bevor sie ankamen, aber ich war froh als ich den Weg endlcih verlassen konnte. Die Route die ich mir ausgesucht hatte führte ab Halber Höhe dann über einen weiteren kleinen Bergrücken, und dort habe ich nur einen einzigen Wanderer getroffen. Sehr schön!
 Hier geht es jetzt über eine Schafweide gemütlich in Richtung See. Etwas rutschig auf dem nassen Gras war es zwar, aber schön.


Am Fuß des Berges angekommen musste ich über ein Gatter klettern und schnell über eine Schafweide rennen, um auf der anderen Seite wieder auf den Uferweg zu kommen, der auch ein Teil des West Highland Weges ist. Das Wetter war hier mittlerweile wieder unglaublich. Die Sonne hat geblendet und am Strand war eine Brandung, es hat richtig an Sommer- (ok, vielleicht besser Herbst-) Urlaub erinnert.





Als ich um 13.35 Uhr zurück in Balmaha war, war ich trotz des schlechten Wetters auf dem gipfel doch sehr zufrieden mit meiner kleinen Tour. Da ich mich hier im "Middle of Nowhere" befand, musste ich jetzt noch 1,5 Stunden totschlagen, bis mich der nächste Bus zum Bahnhof bringen konnte. Glücklicherweise ist Loch Lomond ja das Touristenziel schlechthin, so dass natürlich ein gemütlicher Pub zum Mittagessen eingeladen hat. 

Auf der Rückreise nach Glasgow hat die "Abendsonne" dann den Conic Hill nochmal in wunderbares Licht getaucht, so dass ich am liebsten wieder hochgeklettert wäre.







Sonntag

Abends in Glasgow, nach einer schönen warmen Dusche, habe ich dann dem Motto des Gipfels und dieses Beitrags alle Ehre gemacht und ganz im Sinne von "Winter is Coming" mal endlich die 7. Staffel Game of Thrones fertig geschaut. =)

Gestern ging es dann direkt ganz weihnachtlich weiter, denn Glasgow macht sich jetzt so richtig bereit für die festliche Zeit. Mittags war in der Stadt ien Weihnachtsumzug, der scheinbar zugunsten von Kindereinrichtungen ging. Einige Kindergärten, Tanzgruppen, das Kinderkrankenhaus und eine Behinderteneinrichtung waren mitwirkende Gruppen. Während mich das Gedränge am Streckenrand an Rosenmontag erinnert hat, war die Umzugsgröße aber eher zu vergleichen mit dme Umzug in Gau-Algesheim (auch wenn hier niemand mit 1 Mio. Bass auf Trekkern durch die Stadt gefahren ist).










Nach dem Umzug hat mich mein Weg dann ins Westend nahe der uni geführt, wo auch wichnachtliche Veranstaltungen und Vintage-Märkte etc. stattfinden sollten.

Mein erster Stopp war hier die Ashton Lane. Sieht unglaublich nett aus, aber ist nur 150m lang. Ständchen mit Geschenken oder so gab es hier nicht, allerdings Glühwein. Der hat am ersten Stand 5 Pfund gekostet. Am Stand mit 4 Pfund war er ausverkauft, daher konnte ich dann nur noch einen lauwarmen für 4,50 ergattern.



Obwohl nicht ganz billig und nicht ganz heiß hat er doch gut geschmeckt!


Weiter ging meine Tour, und obwohl ich durch dieses Gässchen schon ein paar mal gelaufen bin war es diesmal das erste Mal vor 5 Uhr, so dass viele der kleinen Lädchen noch geöffnet hatten. Neben einer Pizzeria mit riesigem Steinofen gibt es hier jede Menge kleine Läden die Second Hand, Vintage modernes, Kunst und Accessoires verkaufen.


Dabei bin ich auf ein kleines Cafe gestoßen, wo es uuuuunglaublich leckere Scones mit Clotted Cream, Marmelade und einer Tasse Tee gab, und das alles noch günstiger als der kleine Glühwein im Styropor-Becher.


Nochmal 150m weiter waren dann auch ein paar kleine Ständchen mit Selbstgemachtem und weihnachtlichem, mit Vintage-Teilen, selbstgemachten Knöpfen, warmen Eintöpfen usw. Dabei ein bisschen Livemusik. Insgesamt ein schöner Abschluss.


Abends war ich dann noch mit Lynne und Maria in einem Pub, da die Tochter von Lynnes Freundin dort ein Konzert gegeben hat. Singer-Songwriterin und gerade Anfang 20, aber echt klasse. Danach bin ich alerdings erschöpft ins Bett gefallen und habe mich dann heute morgen gewundert, warum das Wochenende so kurz und unentspannt war... Nächstes Wochenende dann vielleicht doch lieber einfach nur Decke über den Kopf und im Warmen bleiben? Wir werden sehen...

Viele Grüße an alle daheim!

Montag, 20. November 2017

Glasgow und Oban weiter oben

Hallo ihr lieben und viele Grüße aus Glasgow, wo es so langsam winterliche Temperaturen werden.

Tatsächlich waren die Temperaturen vermutlich schon vor zwei Wochen recht frisch, denn ich bin jetzt schon die zweite Woche krank.
Nach meinem Ausflug zur Isle of Skype hatte ich mich eigentlich super gefühlt, aber 3 Tage später konnte ich mich von der Arbeit gerade noch so nach Hause schleppen und habe das Bett dann 4 Tage am Stück nicht mehr verlassen (außer zum Tee kochen). Ob es nun der Ausflug nach Skye oder doch eher mein begeisterter Besuch von Schwimmbad, Sauna und Dampfraum im Sportzentrum der Uni war, der mich so umgehauen hat, kann ich leider nicht sagen, nur so viel ist sicher: der Monatsbeitrag hat sich für diesen Monat schonmal nicht gelohnt.
Letzte Woche war ich dann trotz Krankheit wieder arbeiten, zum Einen weil ich wichtige deadlines hatte und zum Anderen, weil nach 4 Tagen im Bett jedes Körperteil plattgelegen ist.
Erst jetzt am Wochenende gibt es wieder etwas zu erzählen, denn ich hatte Besuch =)

Am Freitag morgen sind Anna, Michi, Ozzi und Ruben in Glasgow gelandet. Nachdem ich fertig war mit arbeiten haben wir einen Rundgang durch die Uni gemacht und waren dann das ein oder andere Pub besichtigen, ich musste ja ins Warme. =)




Am Samstag dann waren wir in der City unterwegs, Anna und ich sind ein bisschen durch die Geschäfte geschlendert und abends gab es live Musik, lustige (aber unverständliche) Schotten, Rugby und vieles mehr. Da der Flieger sonntags leider sehr früh ging, war der Besuch wieder viel zu schnell zu Ende. Gefreut habe ich mich trotzdem!


 

Am Sonntag Morgen dann sind wir zu dritt (Christian ist noch einen Tag länger geblieben) mit dem Mietwagen in Richtung Highlands gedüst. Der eigentliche Plan bei Buchung war es, den Ben Nevis zu erklimmen... zusätzlich zum Schnee, der ja seit 2 Wochen die Spitzen der Highlands bedeckt wurde das aber durch meine Erkältung leider unmöglich. Stattdessen sind wir daher in Richtung Oban gefahren, der "heimlichen Hauptstadt des Westens", wie sie sich selbst nennt.


Schon unterwegs gab es schöne Landschaften und Lochs zu sehen:

 Hier passieren wir wieder, wie schon beim ersten Ausflug, Loch Lomond 50min nördlich von Glasgow. Heute ist es allerdings schon wesentlich kälter als beim letzten Besuch! *brrrr*


Hier dann ein unbekanntes Loch entlang der Strecke, etwa eine Autostunde weiter nördlich. Wegen der geschützen Lage war das Wasser hier unglaublich glatt, wie ein Spiegel.



Unser eigentliches Ziel, einen kleinen "Hügel" (368m) an der Küste bei Benderloch, konnten wir nach Ankunft in Benderloch leider auch nicht antreten, weil alle Wege gesperrt waren. Also haben wir nochmal improvisiert. Wir sind also weiter nach Oban über die Connel Bridge gefahren, wo sich ein eindrucksvolles Schauspiel abspielte:
Als wir die Brücke passiert haben war gerade Ebbe und das Wasser strömte aus dem Salzwasser-Loch in Richtung Meer. Der Durchgang scheint im Verhältnis zu den Wassermassen sehr eng zu sein, und eine Abbruchkante im Untergrund taten ein übriges, so dass das Loch unterhalb der Brücke aussah wie ein reißender Wildwasserfluss. Tatsächlich, wie ich später herausgefunden habe, hat diese Stelle daher auch die Bezeichnung Lora Falls, also Wasserfälle. Leider haben wir nicht anhalten können, um ein gutes Foto davon zu schießen.

Unser alternativer Wanderweg führte nord-westlich von Oban entlang der Küste zu einem Schloss. Ohne nennenswerte Steigungen sollte das für uns ja kein Problem darstellen. Was wir allerdings unterschätzt hatten war die Nässe: alle Wiesen und Gestrüppe, durch die sich der Weg bahnte standen 5-15cm unter Wasser. Entweder kraxelten wir also über Steine oder mussten von Grasbüschel zu Grasbüschel springen. Trotzdem waren die Hosen danach voll Schlamm und Wasser in den Schuhen der Herren. Meine Schuhe haben zum Glück dicht gehalten, sonst wäre ich heute vermutlich todkrank. Papa: Danke fürs Einfetten der Schuhe!!!! =)

Trotz allem war der Weg aber wunderbar und wie für mich gemacht. Ein schmaler Pfad, keine Leute, ein paar Stellen an denen man aufpassen muss, ein bisschen Abenteuer für die kranke Anni.


Los gings an diesem Strand in Ganavan. Wenn das Wetter hier nicht so brrrrrrrr..... wäre hätten die Menschen hier echt Traumstrände zu bieten. Und vor den Hotels und Lodges wachsen sogar Palmen und Unmengen von Rhododendren und Hortensien. Entlang des Weges dann finden wir viel mittlerweise braunen Farn und Heidekraut, das jetzt alles in orange- und brauntöne taucht, im Sommer aber zusammen mit den Ginsterbüschen bestimmt auch ganz toll aussieht.












Das war ein ganzschönes gekletter, über diese Spalte. Nicht ganz ohne, aber das macht es ja gerade so schön.

Am Ende der Küste kamen wir dann zur Burgruine. Irgendwie haben wir es geschafft, uns in Wald und Wiese zu verhuddeln und kamen genau an der rückseitigen Mauer der Ruine an. Da diese Mauer aber verfallen war konnten wir trotzdem aufs Gelände und alles besichtigen.







Erst als wir durch sämtliche Gänge und Räume und über alle Mauern geklettert waren haben wir dann auf dem Rückweg bemerkt, dass es auch einen offiziellen Eingang gibt, bei dem wir jeder 6 Pfund bezahlt hätten... Mh, zwar Matschfüße bekommen, aber Geld gespart, hehe.


Der Rückweg war leider nicht so schön wie der Hinweg und führte über einen Fahrradweg zurück nach Ganavan. Auch wenn dieser Teil des Wegs echt kein Schmankerl war, so waren wir aber wenigstens schnell zurück am Auto, und mit dem Blick auf den Strand war da alles Gejammer auch wieder vergessen.

Als nächsten wollten wir uns also endlich mal Oban anschauen, so lange es noch hell genug dazu ist.
Tatsächlich ein ganz nettes Städchen, in dem es zur Hochsaison vermutlich nur so von Touristen wimmelt. Allerdings muss ich sagen, dass die Speisenqualität im Pub das dann auch wiedergegeben hat (zumindest mein TK-Gemüse-Patty auf einem Burger ohne weiteren Belag war enttäuschend, da bekommt man fast überall besseres Essen).


Wir haben außerdem die Gelegenheit genutzt, unser erstes Whiskey-Tasting zu machen: 4 Sorten der Oban- Distillery. Es war interessant und auch mit hilfreichen Informationen wie Hauptgeschmacktsrichtungen usw. unterfüttert, aber wenn man keine Ahnung hat schmeckt man die Unterschiede halt einfach nicht raus. Einer brennt mehr, einer weniger, haha. Fairerweise muss man aber bedenken, dass ich noch erkältet bin und daher vielleicht einfach nicht geeignet, feine Geschmacksnuancen zu erkennen.






Nach Distillery und kleinem Rundgang durch Oban mit Lunch wurde es dann schon langsam dunkel, und wir haben uns wieder auf den Heimweg gemacht. auf der Fahrt hat es dann angefangen zu regnen, wir hatten also mal wieder richtig Glück mit dem Wetter.

Das war also unser/mein Wochenende, und jetzt heißt es wieder arbeiten und weiter Gesund werden. Christian ist heute Morgen nach Hause geflogen, aber Ruben bleibt noch ein paar Tage und ist dafür zuständig, mich gesund zu pflegen. =) Ich habe vor das mitt gemütlichem Essengehen, Kino oder Filmabenden und jeder Menge Tee einzufordern.
Viele Grüße nach Hause, bleibt alle gesund jetzt wo es auch in Deutschland kalt und winterlich wird!

Von A wie Ausnahmezustand bis Z wie Zugeschneit: Eine Woche ganz nach meinem Geschmack :)

So, nachdem das Chaos im öffentlichen Bereich nun so langsam wieder abnimmt und das Leben beginnt, wieder seine gewohnten Bahnen einzuschla...