Montag, 20. November 2017

Glasgow und Oban weiter oben

Hallo ihr lieben und viele Grüße aus Glasgow, wo es so langsam winterliche Temperaturen werden.

Tatsächlich waren die Temperaturen vermutlich schon vor zwei Wochen recht frisch, denn ich bin jetzt schon die zweite Woche krank.
Nach meinem Ausflug zur Isle of Skype hatte ich mich eigentlich super gefühlt, aber 3 Tage später konnte ich mich von der Arbeit gerade noch so nach Hause schleppen und habe das Bett dann 4 Tage am Stück nicht mehr verlassen (außer zum Tee kochen). Ob es nun der Ausflug nach Skye oder doch eher mein begeisterter Besuch von Schwimmbad, Sauna und Dampfraum im Sportzentrum der Uni war, der mich so umgehauen hat, kann ich leider nicht sagen, nur so viel ist sicher: der Monatsbeitrag hat sich für diesen Monat schonmal nicht gelohnt.
Letzte Woche war ich dann trotz Krankheit wieder arbeiten, zum Einen weil ich wichtige deadlines hatte und zum Anderen, weil nach 4 Tagen im Bett jedes Körperteil plattgelegen ist.
Erst jetzt am Wochenende gibt es wieder etwas zu erzählen, denn ich hatte Besuch =)

Am Freitag morgen sind Anna, Michi, Ozzi und Ruben in Glasgow gelandet. Nachdem ich fertig war mit arbeiten haben wir einen Rundgang durch die Uni gemacht und waren dann das ein oder andere Pub besichtigen, ich musste ja ins Warme. =)




Am Samstag dann waren wir in der City unterwegs, Anna und ich sind ein bisschen durch die Geschäfte geschlendert und abends gab es live Musik, lustige (aber unverständliche) Schotten, Rugby und vieles mehr. Da der Flieger sonntags leider sehr früh ging, war der Besuch wieder viel zu schnell zu Ende. Gefreut habe ich mich trotzdem!


 

Am Sonntag Morgen dann sind wir zu dritt (Christian ist noch einen Tag länger geblieben) mit dem Mietwagen in Richtung Highlands gedüst. Der eigentliche Plan bei Buchung war es, den Ben Nevis zu erklimmen... zusätzlich zum Schnee, der ja seit 2 Wochen die Spitzen der Highlands bedeckt wurde das aber durch meine Erkältung leider unmöglich. Stattdessen sind wir daher in Richtung Oban gefahren, der "heimlichen Hauptstadt des Westens", wie sie sich selbst nennt.


Schon unterwegs gab es schöne Landschaften und Lochs zu sehen:

 Hier passieren wir wieder, wie schon beim ersten Ausflug, Loch Lomond 50min nördlich von Glasgow. Heute ist es allerdings schon wesentlich kälter als beim letzten Besuch! *brrrr*


Hier dann ein unbekanntes Loch entlang der Strecke, etwa eine Autostunde weiter nördlich. Wegen der geschützen Lage war das Wasser hier unglaublich glatt, wie ein Spiegel.



Unser eigentliches Ziel, einen kleinen "Hügel" (368m) an der Küste bei Benderloch, konnten wir nach Ankunft in Benderloch leider auch nicht antreten, weil alle Wege gesperrt waren. Also haben wir nochmal improvisiert. Wir sind also weiter nach Oban über die Connel Bridge gefahren, wo sich ein eindrucksvolles Schauspiel abspielte:
Als wir die Brücke passiert haben war gerade Ebbe und das Wasser strömte aus dem Salzwasser-Loch in Richtung Meer. Der Durchgang scheint im Verhältnis zu den Wassermassen sehr eng zu sein, und eine Abbruchkante im Untergrund taten ein übriges, so dass das Loch unterhalb der Brücke aussah wie ein reißender Wildwasserfluss. Tatsächlich, wie ich später herausgefunden habe, hat diese Stelle daher auch die Bezeichnung Lora Falls, also Wasserfälle. Leider haben wir nicht anhalten können, um ein gutes Foto davon zu schießen.

Unser alternativer Wanderweg führte nord-westlich von Oban entlang der Küste zu einem Schloss. Ohne nennenswerte Steigungen sollte das für uns ja kein Problem darstellen. Was wir allerdings unterschätzt hatten war die Nässe: alle Wiesen und Gestrüppe, durch die sich der Weg bahnte standen 5-15cm unter Wasser. Entweder kraxelten wir also über Steine oder mussten von Grasbüschel zu Grasbüschel springen. Trotzdem waren die Hosen danach voll Schlamm und Wasser in den Schuhen der Herren. Meine Schuhe haben zum Glück dicht gehalten, sonst wäre ich heute vermutlich todkrank. Papa: Danke fürs Einfetten der Schuhe!!!! =)

Trotz allem war der Weg aber wunderbar und wie für mich gemacht. Ein schmaler Pfad, keine Leute, ein paar Stellen an denen man aufpassen muss, ein bisschen Abenteuer für die kranke Anni.


Los gings an diesem Strand in Ganavan. Wenn das Wetter hier nicht so brrrrrrrr..... wäre hätten die Menschen hier echt Traumstrände zu bieten. Und vor den Hotels und Lodges wachsen sogar Palmen und Unmengen von Rhododendren und Hortensien. Entlang des Weges dann finden wir viel mittlerweise braunen Farn und Heidekraut, das jetzt alles in orange- und brauntöne taucht, im Sommer aber zusammen mit den Ginsterbüschen bestimmt auch ganz toll aussieht.












Das war ein ganzschönes gekletter, über diese Spalte. Nicht ganz ohne, aber das macht es ja gerade so schön.

Am Ende der Küste kamen wir dann zur Burgruine. Irgendwie haben wir es geschafft, uns in Wald und Wiese zu verhuddeln und kamen genau an der rückseitigen Mauer der Ruine an. Da diese Mauer aber verfallen war konnten wir trotzdem aufs Gelände und alles besichtigen.







Erst als wir durch sämtliche Gänge und Räume und über alle Mauern geklettert waren haben wir dann auf dem Rückweg bemerkt, dass es auch einen offiziellen Eingang gibt, bei dem wir jeder 6 Pfund bezahlt hätten... Mh, zwar Matschfüße bekommen, aber Geld gespart, hehe.


Der Rückweg war leider nicht so schön wie der Hinweg und führte über einen Fahrradweg zurück nach Ganavan. Auch wenn dieser Teil des Wegs echt kein Schmankerl war, so waren wir aber wenigstens schnell zurück am Auto, und mit dem Blick auf den Strand war da alles Gejammer auch wieder vergessen.

Als nächsten wollten wir uns also endlich mal Oban anschauen, so lange es noch hell genug dazu ist.
Tatsächlich ein ganz nettes Städchen, in dem es zur Hochsaison vermutlich nur so von Touristen wimmelt. Allerdings muss ich sagen, dass die Speisenqualität im Pub das dann auch wiedergegeben hat (zumindest mein TK-Gemüse-Patty auf einem Burger ohne weiteren Belag war enttäuschend, da bekommt man fast überall besseres Essen).


Wir haben außerdem die Gelegenheit genutzt, unser erstes Whiskey-Tasting zu machen: 4 Sorten der Oban- Distillery. Es war interessant und auch mit hilfreichen Informationen wie Hauptgeschmacktsrichtungen usw. unterfüttert, aber wenn man keine Ahnung hat schmeckt man die Unterschiede halt einfach nicht raus. Einer brennt mehr, einer weniger, haha. Fairerweise muss man aber bedenken, dass ich noch erkältet bin und daher vielleicht einfach nicht geeignet, feine Geschmacksnuancen zu erkennen.






Nach Distillery und kleinem Rundgang durch Oban mit Lunch wurde es dann schon langsam dunkel, und wir haben uns wieder auf den Heimweg gemacht. auf der Fahrt hat es dann angefangen zu regnen, wir hatten also mal wieder richtig Glück mit dem Wetter.

Das war also unser/mein Wochenende, und jetzt heißt es wieder arbeiten und weiter Gesund werden. Christian ist heute Morgen nach Hause geflogen, aber Ruben bleibt noch ein paar Tage und ist dafür zuständig, mich gesund zu pflegen. =) Ich habe vor das mitt gemütlichem Essengehen, Kino oder Filmabenden und jeder Menge Tee einzufordern.
Viele Grüße nach Hause, bleibt alle gesund jetzt wo es auch in Deutschland kalt und winterlich wird!

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