nach über einem Monat in Glasgow habe ich es am 30.10.2017 endlich geschafft: ich habe hier auch mal Freizeit! Ich nutze diese Gelegenheit gleich mal, um mich bei euch zu melden und euch ein paar Bilder zu zeigen.
Nachdem der arme kleine Bob auf der Autobahn liegengeblieben ist ist es ja ein Wunder, dass dann doch noch alles ganz gut geklappt hat mit dem Ankommen hier. Ruben hat mich natürlich sicher abgeliefert und selbst ihm waren hier manche sachen einfach doch auffällig unnormal:

Wir haben uns aber trotz sehr ungeradliniger Straßenbeleuchtungen doch schnell zurechtgefunden, und auch die Uni, mein neuer Arbeitsplatz, war schnell gefunden. Glasgow Innenstadt von oben:
Und hier die Uni, mein neuer Arbeitsplatz:
Wunderschön und alt, die Uni. Allerdings war das bis vor einer Woche auch alles, was ich bisher in Schottland sehen konnte. Das hat sich aber diese Wochenende endlich geändert, denn ich habe meinen ersten Ausflug in die Highlands gemacht, genauer gesagt bis zur Isle of Skye und zurück. Das Wetter war echt unglaublich gut, keiner konnte glauben, dass es wirklich so schön und wenig regnerisch war im Norden. Die Überraschung von Guide und aller anderer Personen, die schonmal auf Skye waren, über das unglaublich gute Wetter sollte euch natürlicht darüber hinwegtäuschen, dass wir trotzdem hin und wieder komplett nass waren und zwischenzeitlich sogar gefühlte 30 Sekunden lang Hagel ertragen mussten. Trotzdem, es hat sich gelohnt.
TAG 1
Von Glasgow aus sind wir in Richtung Norden, vorbei an Loch Lomond, das schon in 50 Minuten mit Zug oder Auto zu erreichen ist.
Von hier aus sind wir durch das berühmte Glencoe gefahren, Schauplatz des historischen Glencoe Massakers und ein wirklich beeindruckendes Tal, in dem man lieber nochmal in Ruhe wandern sollte statt so schnell durchzufahren. Die Highlands die wir hier passieren haben schon mehrfach als Filmkulisse hergehalten, so nicht nur für Highlander und Braveheart, sondern auch für James Bond und vieles mehr. Unter anderem haben wir auch den "verbotenen Wald" von Harry Potter passiert... wobei Wald halt Wald ist, der hätte überall sein können.
Der nächste Stopp waren die drei Schwestern: Faith, Hope and Charity. Der West-Highland Way passiert sie ebenfalls, aber interessanter wäre sicherlich einmal nicht vorbei, sondern hoch zu laufen. Obwohl es heute noch ziemlich regnerisch ist sind die Wolken hoch genug, um alles zu sehen. Auch die herbstlichen Farben kommen noch ganz leicht durch.
Eigentlich wollten wir vor unserer Ankunft auf Skye noch ins Eilean Donan Castle. Scheinbar war aber irgendein Dorfevent, so dass alles schon geschlossen hatte. Es sollte sich aber herausstellen, dass das garnichtmal so schlecht war.
Nachdem wir das Schloss also nur von außen bei Regen gesehen haben, ging es endlich zur Insel Skye, wo wir im Hostel vom weltbesten Rezeptionisten empfangen wurden, der Telefon, Kalender und Tür gleichzeitig im Blick behält:
Heute hat der Tag schon mit Sonnenschein begonnen, und nach 45 Minuten Fahrt waren wir bei relativ gutem Wetter bei den Fairy Pools, die eine kleine 5 km Rounde eingeschlossen haben:
Ein bisschen windig wars, wie meine Frisur verrät...
Nächster Stopp: Das beschauliche Portree, größte Stadt auf Skye mit 2500 Einwohnern.
Von hier aus waren wir nur in wenigen Minuten am Old Man of Stor, einer ikonischen Felskonstellation.
Der alte Mann. Auch hier sieht man wieder, wie schnell die Wolken hier doch unterwegs sind. Trotzdem hatten wir schonwieder Glück und hatten einen super Blick.
Am berühmten Kilt Rock hat das Wetter jetzt aber endlich so richtig zugeschlagen: Innerhalb von 5 Minuten waren wir durch und durch nass. Schlimmer war allerdings der Wind, es hat sich eisig angefühlt. Der Regen stört eigentlich schon garnicht mehr, wenn man mal ein paar Wochen in Schottland war. ;-)
Das nächste Ziel war Quiraing, eine Bergflanke, die ihre distinktive Form durch mehrfache Rutschungen und Brüche hat, nachdem das darunterliegende Sedimentgestein das obenliegende Gestein nicht mehr tragen konnte. Bis heute in Bewegung und bei guter Sicht eine unglaubliche Aussicht über verschiedeste Geländeformen. Außerdem würde eine kleine Wanderung sich hier anbieten, um dien Touristenmassen entlang der Straße zu entkommen.
Man beachte hier das unerschrockene Schaf am Abgrund. Als das Auto weg war war leider auch schon das Schaf "über alle Berge", nachdem es mich empört angeschaut hat als wolle es fragen was ich auf seinem Berg mache.
Auf dem Rückweg zum Hostel haben wir noch in Uig die letzten Sonnenstrahlen genießen können und wurden in einem Brauereishop abgesetzt, in dem wir dann 3 verschiedene Sorten des Skye Bier probieren konnten. Zwar keine Führung, aber Proben sind ja immer gut. Tatsächlich machen die 12 verschiedene Sorten da, und einige kann man tatsächlich trinken. Nach einem langen Tag war das genau das Richtige, um alle noch müder zu machen. Vermutlich hat jeder gut geschlafen.
TAG 3
Genau vor unserem Hostel hat uns heute dieser
Anblick empfangen... Wunderschöner Sonnenschein am Hafen. Wer genau
hinschaut sieht aber auch, dass die Berge im Hintergrund eine weiße
Mütze haben, der erste Schnee in Schottland für dieses Jahr, die Nacht
war scheinbar ziemlich kalt.
Kleine Ruine von Castle Moil in Kyleachin, ebenfalls vom Hostel aus zu sehen.Da wir es am Freitag nicht geschafft haben, konnten wir heute bei strahlendem Sonnenschein auf dem Rückweg nochmal am Eilean Donan Castle vorbei. Außerdem waren wir diesmal drinnen, aber das kann man sich bis auf die schöne Aussicht eigentlich sparen. Die Einrichtung ist dermaßen kitschig und so viele Jahrhunderte sind durcheinander gewürfelt weil es erst 1917 und 1930 wieder aufgebaut wurde. Gekachelte Kamine, Waschbecken in Schlafzimmern und dazwischen alte Bilder, Schießschoten und Aufnahmen von Filmen, die hier gedreht wurden. Alle außereuropäischen Touristen glauben danach sicherlich, dass es bei uns so aussah im Mittelalter. Von außen aber definitiv ein Bildchen wert.
Auf dem weiteren Weg durch die Highlands in Richtung Süden kommen wir dem Schnee noch ein bisschen näher, jetzt sind wir definitv sicher, dass es geschneit haben muss in der Nacht.
Das folgende Flüsschen mündet in... dadadadaaaaa.... Loch Ness:
Auch wenn ich nicht an einer 15 Pfund teuren Bootsexkursion auf der Suche nach Nessi teilgenommen habe war Fort Augustus doch ein nettes Touri-Städtchen und der Blick auf den See bei Sonnenschein definitiv einen Besuch wert.
Als nächstes stoppen wir bei der höchstgelegenen Whisky Distillery Schottlands, wo uns ein Schlückchen zusammen mit warmer flüssiger Schokolade serviert wird. So kann auch ich mal nen Whisky trinken muss ich sagen. Nur den Spezialwhisky der Distille für schlappe 90 Pfund das Fläschchen habe ich dann doch nicht dabei wenn ich nach Hause komme, sorry! ;-)
Unser letzter Stopp findet im wunderschönen viktorianischen Städtchen Pitlochry statt. Allerdings war ich ziemlich neugierig, wie wohl die Lachstreppe am Staudamm aussieht, besonders nachdem unser Guide gesagt hat, dass wohl noch Lachssaison sei. Ergebnis: ich stehe am Damm bis es dunkel ist ohne einen Lachs gesehen zu haben, während für die schöne High Street mit goldigen kleinen Pubs, Cafés und Geschäften und die schöne Straßenbeleuchtung nur noch 5 Minuten bleiben. Allerdings glaube ich im Hellen ohne Beleuchtung wäre es auch nur halb so stimmungsvoll gewesen (oder ich rede mir das ein, hehe).
Da Guy Fawkes Night war, haben wir auf der Heimfahrt vorbei an Sterling noch das beleuchtete Schloss, das Wallace Monument und dazwischen Feuerwerk gesehen, was ein ganz schöner Abschluss war.
Jetzt bin ich wieder zurück von meinem ersten Ausflug und war werde die restliche Woche wie vorher wahrscheinlich einfach auf der Arbeit sein ohne viel neues zu erleben. Aber sobald ich wieder einen Ausflug mache kann ich mal wieder berichten was hier so los ist.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen