Montag, 26. Februar 2018

Von Belagerungen und Schlachten, William und Kate, Golf, Drachen, romantischen Schafsgedichten und mystischen Zauberwesen

Nachdem ich in der letzten Woche wieder wenige Dinge unternommen habe, die ein Bild wert wären (ich war zum ersten Mal mit Maria im Roller-Derby Training: mein erstes Mal auf Rollschuhen seit mindestens 15 Jahren, wenn nicht noch mehr, wollte ich jetzt nicht unbedingt bildlich festhalten, haha), gibt es nach diesem Wochenende wieder einen Bericht mit Bildern und zahlreichen Geschichten von Ausflügen und Erlebnissen:

Unter der Woche ist ein paar mal beinahe was cooles passiert, aber in der letzten Sekunde dann leider doch nicht:

Zum einen sollte am Mittwoch Abend eine Mottoparty der Rugby Girls stattfinden, die in verschiedenen WGs und dann in der Stadt stattfinden und Geld für deren Vereinsausflug sammeln sollte. Leider war ich scheinbar noch nicht in der richtigen Facebook-gruppe, so dass ich erst am Mittwoch im Training davon erfahren habe. Motto sollte sein "Disney", und so habe ich dann schnell improvisieren wollen. Mein Plan war Prinzessin Merida. Glücklicherweise hatte ich noch eine kupferfarbene Tönung für die Haare daheim liegen und im Disney Shop gab es Meridas Pfeil und Bogen Set zu erwerben.


Also bin ich nach der Arbeit daheim sofort ins Bad gestürzt, hab die Farbe auf die Haare geschmiert, den Lockenstab auf volle Kanone aufgedreht und wärend die Farbe einzog noch schnell ne Portion Nudeln gekocht. Danach Farbe raus, Haare antrocknen und... enttäuscht und genervt feststellen, dass sich meine Haatfarbe kein Stück verändert hat. Noch war ich nicht ganz entmutigt, habe dann einfach trotzdem mit dem Lockenstab angefangen. Nach 30 min hatte ich die unterste Haarschicht fertig, nach weiteren 30 Min waren die ersten Locken, trotz Haarschaum und -spray schon wieder weg, bevor der Rest fertig war. End von der Geschicht: als Trottel mit Pfeil und Bogen und ohne jegliches andere Kostüm-ähnliche Aussehen wollte ich nicht weg, war mittlerweise eh schon zu spät dran und hatte die erste WG komplett verpasst und hab mich dann schmollend ins Bett gelegt. Musste ja am Donnerstag eh wieder arbeiten.

Am Freitag sollten dann erneut meine Hoffnungen auf einen spontanerweise interessanten und spannenden Abend geweckt werden. Spontan wurde eine Karte zum Damen-Rugby-Spiel von Schottland gegen England frei, da eins der Mädels nicht mitkommen konnte. Da das Scotstoun Stadium bei mir um die Ecke ist wollte ich es mir nicht entgehen lassen und war schon fast unterwegs, leider war die Karte versehentlich schon längst versprochen gewesen... schade.

Nun ja... Auch wenn sich meine Woche also ziemlich deprimierend anhört hatte ich am Wochenende aber noch jede Menge zu erleben, so dass das Gesamtfazit doch positiv, ist :D.

Samstag
Spontan habe ich am Freitag beschlossen, den Samstag in Stirling zu verbringen. Von Glasgow mit dem Zug nur 30-50 Min. entfernt (je nachdem welchen Zug man erwischt) und mit, wegen meiner Historic Scotland Mitgliedschaft, freiem Eintritt zum Castle konnte das doch ein guter Tag werden. Also bin ich am Samstag Morgen bei strahlendem Sonnenschein (mal wieder) losgedüst. Stirling selbst ist nicht so groß, dafür ist der alte Ortskern mit Kopfsteinpflaster und Fußgängerzonen aber wirklich nett. 





Das ist noch die Kathedrale, aber ich nähere mich dem Schloss...

Durch diesen alten Ortsteil muss man dann bergauf, bis man am Schloss ankommt. Leider heißt das, dass man das Schloss von der Stadt aus nicht sehen kann, so dass viele es weniger eindrucksvoll als das Edinburgher Schloss finden, allerdings sitzt es ebenso auf einem riesigen Felsen (zu sehen eigentlich nur von der anderen Seite der Stadt) und ist im Inneren meiner Meinung nach sehr viel ansprechender. Es gibt wesentlich mehr Informationen und Tafeln, man kann überall hin, teilweise laufen verkleidete Menschen durch die Gemäuer und sprechen mit den Besuchern, die Empfangsräume und Schlafgemächer sind restuariert und möbliert, und Originale (beispielsweise von einer aufwendigen Holzdecke) können in weiteren Räumen besichtigt werden.


Der Blick vom Parkplatz hinüber zum Wallace Monument. 


Auf dem Berg soll William Wallace 1297 mit den schottischen Truppen den Angriff auf die Engländer vorbereitet haben, die Stirling Castle (ein von gefühlten 100 Malen) besetzt hatten. Angeblich schaffte er es, die Engländer aus dem sichern Castle herauszulocken, und als diese den Fluss im Tal überqueren wollten stürzte die Brücke ein und die wenigen, die bisher auf der anderen Seite waren wurden von den Schotten niedergemacht... so weit die Geschichte eines Guides bei einer meiner Touren. Historisch war es wohl eher so, dass die Engländer auf der gegenüberliegenden Seite im Sumpf keine Chance hatten und deren Anführer dann selbst die Brücke zerztörte, um die Schotten fernzuhalten. Wie auch immer: die Schotten haben jedenfalls gewonnen und William Wallace ist Nationalheld, weswegen da jetzt ein Turm die Landschaft schmückt.
Man kann diesen Turm auch besichtigen, allerdings kostet das 10£ Eintritt, was ich für einen Turm schon relativ heftig finde. Da ist das Schloss mit 15£ Eintritt (die ich ja nicht zahlen musste) vergleichsweise ja ein richtiges Schnäppchen!

Zwischen den Befestigungsanlagen: Nach dem ersten und zweiten Tor, aber noch vor dem eigentlichen Innenhof. Das Tor das man sieht war ursprünglich mal die äußerste Mauer und Verteidigungsanlage, nach und nach wurden aber die Anlagen verstärkt und weitere Mauern hinzugefügt.

Der erste Innenhof: Links geht es zum eigentlichen Palast mit Schlafgemächern und Empfangssäalen, im Untergeschoss befinden sich Näher, Hofnarr, usw. Das helle Gebäude rechts ist die große Halle, in der bis zu 500 Personen Platz hatten und die vier große Kamine hat.

Auf der Rückseite sieht man, dass das Schloss ebenfalls auch einer Position ähnlich der von Edinburgh Castle liegt. Da Stirling aber kleiner ist befindet sich dahinter offenes Feld und der Blick in Richtung Highlands.

Das Schlafgemach der Queen. Das große Bett hatte hier nur repräsentative Funktion, hier wurden die engsten Vertrauten empfangen. Geschlafen wurde nebenan in einer kleinen Kammer.

Im vorgelagerten Emfangsraum der Queen (sowohl die Königin als auch der König hatten einen eigenen) befinded sich die Rekonstruktion der Stirling Tapestry. Die sieben Wandvorhänge wurden Anfang der 2000er Jahre rekonstruiert, die Arbeiten dauerten 13 Jahre an. In einer Sonderausstellung kann man hier die Arbeit der Weberinnen, die benutzte Wolle und einen der Webstühle sehen.

Die Wandteppiche erzählen die Geschichte der Einhornjagd, dem Wappentier Schottlands und, laut bereitgestellter Informationen Symbol für Christus, die Liebe usw.


Warum das besondere Tier aber gejagd, getötet und gefangengehalten wird ... ?


Hier vielleicht was für den Andi: ein Modell der mittelalterlichen Highlandlandschaft aus Lego:


Und auch in den alten Küchen war liebevoll rekonstruiert, wie gearbeitet wurde (nur Männer in der Küche!) und welche Lebensmittel es so gab:


Und einer der Gärten des Schlosses, wieder bei wunderbar blauem Himmel:

Sonntag
Am Sonntag war ich wieder mit einer der Student Tours Ausflüge unterwegs. Es ging nach St. Andrews und Dundee. St. Andrews ist tatsächlich ein winziges Nest, eigentlich gibt es hier nur drei Straßen, die durch wenige Seitenstraßen bzw. Gässchen miteinander verbunden sind. Alles, was man so zu sehen bekommt, hat entweder mit Golf zu tun (Golfhotels, Golfkleidung, Golfmuseum, Golfequipment, Golfplätze, Golfspieler in Tweed und Tartan,... Ja, man bildet sich einiges darauf ein, den Golfsport erfunden zu haben. Angeblich habe die Uni St. Andrews mal eine nicht unerhebliche Summe Geld an die Uni Glasgow gezahlt, um weitere Forschung nach dem Ursprung des Golfs einzustellen... so sagt zumindest unser Guide, der, natürlich, aus Glasgow kommt) oder gehört zur University. Dafür, dass St. Andrews eine der berühmtesten und namenhaftesten Unis Schottlands und GBs ist, merkt man hier vom studentischen Leben allerdings relativ wenig. Nur das reiche Angebot an veganen Wraps, Sandwiches und Snacks im Pret a Manger lässt hier neben den Golfern auch jüngeres Publikum vermuten. Mehr als einen halben Tag kann man hier vermutlich nicht mit Sightseeing verbringen, aber für einen halben Tag präsentiert sich St. Andrews als nettes, verschlafenes Städtchen. Außerdem kann man von hier wunderbar den Fife Coastal Path wandern, der die gesamte Halbinsel umschließt und mehrere Tagesetappen lang ist.

Die "Hauptstraße" im Zentrum:

 Eines der Uni-Gebäude:

An der Küste mit Blick auf das St. Andrew Castle, eine vergleichbar kleine, aber sehr schöne Ruine:

Die Cathedral mit Friedhof: Es stehen nur noch Teile der Außenmauer, sie war aber vor der Reformation die größte Kathedrale Schottlands und hat, bis heute, eines der längsten Kirchenschiffe des Vereinigten Königreichs. Während der Reformation wurde die Kirche schwer beschädigt und aufgegeben, und die Steine wurden nach und nach in anderen Gebäuden der Stadt verbaut.


Der kleine Mini-Hafen von St. Andrews hinter der Kathedrale:

Die East Sands, der Sandstrand neben dem Hafen der Stadt:

Die kleine Hafeneinfahrt für die Fischerboote:

Am äußersten Ende des Kais, in eisiger Kälte bei stürmischem Wind... brrr. Man kann es an der roten Nase vielleicht erkennen :D

Nochmal der Blick auf die Burgruine:

Hier jetzt die West Sands. Auf der anderen Seite von St. Andrews befindet sich eine kilometerlange Landzunge mit Sandstrand und Dünen. Hinter den Dünen erstreckt sich dier Old Golf Court, der alte Golfplatz.

Da der Strand kein sichtbares Ende hat, kann man hier lange lange Spaziergänge machen. Im Sommer ist hier bestimmt auch ordentlich was los, aber schon jetzt sind viele Spaziergänger mit Hunden unterwegs.

Erinnert fast an Ostsee oder Nordsee (gut, streng genommen: das ist die Nordsee, haha).


Zum Abschluss nochmal der Blick auf St. Andrews von den West Sands:

Eigentlich verrückt, dass in diesem Nest Prince William studiert und Kate kennengelernt hat. Klar, ein bisschen vornehm ist es hier schon, mit Golf und so. Aber bei so einem kleinen Örtchen weiß ja auch bestimmt jeder gleich alles. Sich da mal zurückzuziehen... mhm. Zumindest rühmt sich eines der Cafes in St. Andrews damit, das Cafe zu sein, in dem William und Kate ein Paar wurden. Woher die das so genau herleiten bleibt natürlich ihnen überlassen, vielleicht haben sie da nur zum ersten mal miteinander geredet, oder waren vielleicht schon lange ein Paar und haben nur mal nen Kaffee getrunken...

Nachmittags sind wir dann weiter nach Dundee. Von der ganzen frischen (und kalten) Luft total erschöpft musste ich da erst mal ein Pub aufsuchen, um mich ein bisschen aufzuwärmen und etwas zu essen, aber für einen kleinen Rundgang durch das Zentrum von Dundee hat die Zeit trotzdem noch gereicht. Zwar haben mir einige Leute gesagt, Dundee könnte ich ruhig von meiner Liste streichen weil es keinen Bescuh wert sei, kann man doch ganz nett 1-2 Stunden verbringen. Wenn man am Maritimmuseum sowie dem Besuch der Discovery interessiert ist (dem Forschungsschiff, mit dem Scott die Antarktis "entdeckte") kann man bestimmt auch einen ganzen Tag hier verbringen. Mit hat dafür leider die Zeit gefehlt. Daher nur ein kleiner Rundgang.

Hier sehen wir die Art Gallery und Museum mit einer Märchenschloss-Treppe, davor Schottlands hochgelobert Poet Robert Burns, zu dessen Ehren jedes Jahr in allen Pubs fleißig Haggis angeboten wird. Warum? Naja, eins seiner Meisterwerke trägt den künstlerisch wertvollen Namen "Ode to a haggis" und wird an diesem Abend dann vermutlcih tausendfach zitiert. Weitere Meisterwerke schottischer Dichtkunst lassen sich wie folgt übersetzen:

Nach dem Schlafe treib die Schafe
Dahin, wo die Heide sprießt,
Dahin, wo das Bächlein fließt,
Mein holdes Schätzchen!

Wie romantisch, von seinem Liebsten am frühen Morgen zur Arbeit angetrieben zu werden während er da sitzt und dichtet, hahaha.


Dundee scheint berühmt für Comics. Dies ist einer der berühmten schottischen Charactere.

Fußgängerzone, sieht auch nicht so unsympatisch aus.

"Where are my Dragons?" .... oder ist es eher Norbert, der norwegische Stachelbuckel?
Dundee wurde angeblich dort gegründet, wo ein Held mit Schwert einen Drachen erlegt hat, dachdem der einige junge Frauen am Brunnen tötete.

Die Art Gallery von der anderen Seite, diesmal mit Statue der Königin Viktoria.


Nach diesem kurzen Stadtrundgang ging es dann wieder zurück nach Glasgow. Statt hier direkt nach Hause zu gehen hatte eine der GETs mich noch darauf hingewiesen, dass im Botanischen Garten heute der letzte Tag der "Mythical Gardens" ist, einem Programm zum Jubileum des Gartens. Gemeinsam sind wir also um 20 Uhr noch zur Vorstellung gegangen, bei der man von mystischen Figuren durch den beleuchteten Garten geführt wurde.











Nach nochmal fast einer Stunde im Botanischen Garten hatte ich dann aber auch langsam genug von der Kälte und es ging endlcih nach Hause. Soviel von meinem ereignisreichen Wochenende. Auf gehts in die neue Woche, damit schon bald wieder Wochenende und Ausflugszeit ist! 

Donnerstag, 15. Februar 2018

Sightseeing Wochenende mit City Chambers und Dunnottar Castle

Hallo zusammen,

auch am letzten Wochenende habe ich wieder Zeit gehabt, was zu unternehmen. Unter der Woche ist, wie eigentlich immer, nicht so richtig viel passiert, ich war im Sport und auf der Arbeit und es war kalt. Allerdings war das Wetter schonwieder echt gut, viel Sonnenschein! Na gut, immer mal wieder ein kleiner Schauern, aber echt viel viel Sonne, wie ihr hier seht:


Das Einhorn (schottisches Natioalsymbol, deshalb auch an einer Kette) der Einhornuniversität saß m strahlenden Sonnenschein 😉 

Während die Fassenachter unter euch am Freitagmorgen vermutlich schon die ersten Kopfschmerzen hatten war ich also wieder um 7 im Spocht. Da das aber nur ein schnelles Training war und ich schon früh wieder am Schreibtisch saß habe ich mir später erlaubt, die Mittagspause ein bisschen auszudehnen und in die Stadt zu fahren um einen erneuten Versuch in den City Chambers zu unternehmen (ihr erinnert euch vielleicht, das Gebäude das zur Verwaltung gehört und daher nur Mo-Fr von 9-17 Uhr auf hat, aber eben auch nicht an Feiertagen oder zwischen den Jahren usw usw). Diesmal habe ich es also tatsächlich geschafft, mal einen Blick hineinzuwerfen! Juhuuu.

Es war schon echt eindrucksvoll, aber wie das so ist hatte ich auch hier wieder extrem Glück: es gibt wohl noch ziemclih eindrucksvolle Sitzungssäale, aber in allen 8 (oder so) waren natürlich Veranstaltungen und wir konnten nicht rein gucken. Die Führerin meinte nur "naja, sie können ja nochmal kommen, es kostet ja nix"... - ja, aber jeder normale Mensch arbeitet halt um die Zeit, in der hier geöffnet ist. Naja, es war auch so schön, seht selbst:

 Diese Tür ist nicht etwa der Eingang, sondern befindet sich schon im Gebäude.

 Die Eingangshalle, in der der gesamte Boden und die gesamte Decke mit Mosaiken bedeckt sind. Das Mosaik unten soll das Stadtwappen von Glasgow darstellen.
 
 Annika vor Marmortreppe: Man ist hier ziemlich stolz darauf, dass die Treppe aus weißem Mamor ganze drei Stockwerke hoch ist, währen die weiße Marmortreppe im Vatikan wohl nur 2,5 Stockwerke hoch ist. Jaja, Prunk und Protz.


 Farbenfrohes Deckenmosaik



 Wer dem Löwen die Nase streichelt soll Glück haben... ich hab mal gestreichelt. Der Arme, wer dem schon so alles im Gesicht rumgetatscht hat...


Hier in dieser Bildgalerie reihen sich seit Ewigkeiten die Bürgermeister von Glasgow aneinander. Während man in den 70ern und 80ern mal zu Fotographien gewechselt ist werden nun alle wieder gemalt... oft etwas moderner und außerdem irgendwie auch mit jedem Bild größer, haha.

Jetzt hab ich also auch endlich mal die City Chambers abgehakt. Danach bin ich natürlich wieder ins Büro und habe fleißig gearbeitet, und abends ging es dann dorekt von der Uni wieder ins Training. Dass es sooooo kalt war hatte ich bei dem Sonnenschein mittags garnicht bemerkt, jedenfalls hab ich gefroren wie ein Schneider: während andere vor lauter Hitze beim Sport den Pulli ausgezogen haben hab ich nur da gestanden und mir die Hände über die Ohren gehalten, damit sie warm werden... kein gutes Zeichen, aber nach einer warmen Dusche daheim habe ich geschlafen wie ein Baby. Und außerdem habe ich meine eigenen Socken bekommen, juhuuu, jetzt so richtig dabei.

Aber ob das wohl heißt, dass ich demnächst in kurzen Hosen spielen muss???

Am Samstag war dann wieder Ausflugstag. Früh morgens los, saß ich also erst mal so etwa 3 Stunden im Bus. Unterwegs gab es einen eigentlich nicht weiter erwähnenswerten kurzen Stopp, der lediglich Kaffee- und Blasenbedürfnissen dienen sollte. Allerdings gab es in diesem Rastplatz den merkwürdigsten Geschenke-Shop, den ich je gesehen habe. Meine Highlights aus dem Sortiment (obwohl die Konkurrenz SEHR groß war und jeder von euch vermutlich 2 andere aber mindestens genauso merkwürdige Produkte hätte auswählen können) sind wie folgt:

 Die Hunde-Pommes. Damit der Hund, der übrigens Gourmet und Chefkoch ist, mit am Tisch sitzen kann und sich nicht benachteiligt fühlt, weil er was anderes zu essen bekommt. Glücklicherweise mit einem Hinweis, dass es die Menschen bitte trotzdem nicht wegessen sollen. Gruselig.

Das Grabscherspiel... früh übt sich. Wie kommt ein deutsches Spiel mit dubiosem Namen in einen Gift Shop am Straßenrand im Nichts von Schottland? Den verblassten Farben nach zu urteilen liegt es da auch schon etwas länger. Ich hätte auch bei den Hundepommes mal aufs MHD achten sollen..

Aber genug von diesem Quatsch. Irgendwann gegen Mittag waren wir dann wirklich am Dunnottar Castle angekommen, und obwohl es noch regnete als wir ausstiegen wurde das Wetter immer besser. Das Gelände ist riesengroß, das glaubt man garnicht, und der Felsen ist umgeben von Kiesstränden und steilen Klippen auf beiden Seiten, echt schön!

 Noch bei Regen, aber trotzdem schon eindrucksvoll...


 Blick aus dem Schloss zum Land: steile Klippen und eine mysteriöse Höhle... ich wäre ja gern... aber der Weg war abgesperrt. Außerdem war es wohl nur ein Durchgang von einem Strand zum anderen, denn auf der anderen Seite der Klippe war ein Gitter angebracht. Indiannika Jones hat es herausgefunden!









 Nach der Besichtigung hatte ich noch etwas Zeit, um mich am Stand ein bisschen umzusehen...


Langsam kam die Sonne raus, und von der anderen Seite der Bucht kann man die Größe des Burggeländes immernoch ziemlich gut einschätzen. Hier da der Weg durch den Kies unglaublich anstrengen war und ich mitlerweile nur noch 30 Minuten bis zurück zum Bus hatte habe ich mich entschlossen, lieber die Klippe hochzuklettern und oben entland zu laufen... das klingt jetzt abendteuerlicher als es war, es gab nähmlcih einen Trampelpfad der nach oben führte. Allerdings war der Zeitdruck doch da, so dass ich mich ein bisschen hetzen musste.


 langsam den matschigen und glitschigen Pfad hinauf


 ...aber der Weg über die Klippen hat sich echt gelohnt! Von oben ist der Blick doch besser als von unten.



Da jetzt die Sonne voll da war und ich mich so beeilen musste war ich pitschnass geschwitzt, bich ich am bus ankam. Schon beim Klippe hochklettern hatte ich zwischenzeitlich die Jacke im Arm, aber im Bus saß ich dann erst mal im TShirt, bis ich die Vorstellung an einen Pulli wieder ertragen konnte.

Das zweite Ziel der Tour war Aberdeen, allerdings war es schon 2.45 bis wir dort endlich ankamen und ich war am verhungern, weswegen ich mich erst mal in ein gemütliches Pub gesetzt und lecker Veggi Fish (Halloumi Käse) and Chipsmit Erbsen und ein Bierchen getrunken habe. Erfrischend und lecker. Danach bin ich im Eiltempo nochmal um den Block geflitzt. Aberdeen ist schon sehr grau muss ich sagen... schön bestimmt an vielen Ecken, aber wenn man nur die graue Hauptstraße entlang guckt bei Regen bestimmt auch irgendwie deprimierend. Dann wiederum kann hier im dunklen Winter bei Dauerregen eigentlich jede Stadt deprimierend wirken. Im Sonnenschein, den wir heute ja hatten, war es aber ganz anders.

 An der Uni in Aberdeen.


 Kleines Gässchen entlang einer der beiden Flüsse, die durch Aberdeen fließen...

 ... in dem ein SEEHUND geschwommen ist. Leider gibt das Bild nicht mehr her, aber auch in der Realität hat man immer nur den Kopf und die Augen gesehen. Scheinbar ist es nicht ugewöhnlich, dass an dieser Stelle mal ein Seehund auftaucht, weil die Mündung sehr nahe ist und das Flüsschen, dafür dass es in einer Stadt fließt, noch relativ naturbelassen ist, also auch Kiesbänke und so weiter hat. Ich war begeistert.




Grau in Grau: alte Häuser aus Granit, Straßen geteert, neuere Bauten und Bausünden aus Beton. Wie das wohl ohne die Sonne wirkt?


 Auch wenn die Straße vermutlich realtiv neu ist, verleihen die Pflastersteine ihr doch schon ein viel viel älteres und gemütlicheres Bild als die geteerten Straßen, die man in Glasgow überall findet. Der alte Kern von Aberdeen ist echt ganz schön.





Von Aberdeen sind wir dann zurück nach Glasgow, wo wir erst nach 8 ankamen. Daheim war ich todmüde, so dass mein Samstag Abend wenig spektakulär war. Am Sonntag habe ich dann zum ersten Mal ein bisschen meinen Hals gespürt. Ich bin durch die Stadt gebummelt und abends hatte ich dann noch stärker Halsschmerzen. Vermutlich die Kombination aus Training im Freien bei 1 Grad und am nächsten Tag schwitzend ohne Jacke Klippen hochklettern... Naja, diese Woche gibt es dann erstmal kein Training sondern Genesung für mich. Ob das meine neue Sportkarriere schon frühzeitig beendet kann ich euch dann beim nächsten Mal erzählen.

Von A wie Ausnahmezustand bis Z wie Zugeschneit: Eine Woche ganz nach meinem Geschmack :)

So, nachdem das Chaos im öffentlichen Bereich nun so langsam wieder abnimmt und das Leben beginnt, wieder seine gewohnten Bahnen einzuschla...