Montag, 5. Februar 2018

On the road again...

Hallöchen mal wieder! Nachdem in den letzten zwei Wochen wenig passiert ist außer Alltag habe ich erst jetzt wieder etwas Stoff zum Berichten:

Die Wochentage verlaufen relativ ohne weitere Ereignisse, ich arbeite, donnerstags versuche ich mich am Dudelsack und Mittwochs morgens muss mit den Rugby-Mädels das Fitnessstudio besucht werden. Mehr Verständnis für den Sport habe ich immer noch nicht, vielleicht sollte ich mich mal mit dem Regelwerk beschäftigen. Im Training auf dem platz stehe ich nämliclh nach wie vor ahnungslos in der Gegend rum, haha.

Etwas gibt es aus den vergangenen Wochen allerdings doch zu berichten: Wir haben eine neue Mitbewohnerin! Tina ist indischer Abstammung, ihre Familie lebt auch noch dort, sie ist aber seit 12 Jahren in GB. Sie hat in Glasgow einen Job angenommen und ist daher aus den Englischen Midlands zu uns gezogen. Sie wohnt jetzt 1,5 Wochen bei uns, viel gesehen haben wir uns noch garnicht, mal in der Küche oder so, aber sie schein ganz nett. Ich glaube Anfang bis Mitte zwanzig, kann das aber nicht genau sagen. Außerdem gibt es eine Interessentin für mein Zimmer, erst 21 Jahre als aus Frankreich. Mit ihr haben wir am Freitag Abend mal geskypet zum kennenlernen. Auch sehr nett, und relativ vernünftig für das Alter, so unser Eindruck. Mal abwarten wie lange ich jetzt tatsächlich hier bleibe, sie würde Anfang April einziehen wollen.

Letztes Wochenende habe ich nicht so viel gemacht, das Wetter war auch fürchterlich. 2 Mädels aus unserem Programm, die eigentlich in Sterling leben, haben Glasgow besucht, und gemeinsam waren wir in einem chinesischen Restaurant im Stadtzentrum. Es war unglaublich lecker und wir waren so satt, dass wir um 9 an einem Samstag Abend allemann wieder heim sind, haha. Alelrdings war es außerdem auch ziemlich teuer, so dass wir eh kein Geld mehr hatten um groß durch Kneipen oder Clubs zu ziehen.
Am Sonntag hatten die zwei gemeinsam mit Marie, die auch in Glasgow lebt, geplant, eine der naheliegenden Inseln zu besuchen, wo ich mich gerne angeschlossen hätte. Leider war der Wetterbericht aber so schlecht, dass wir beschlossen haben, einfach ein bisschen durch die Stadt zu bummeln. Hier sind ja sonntags (fast) alle Läden geöffnet, so dass man sich super beschäftigen kann, Bei dieser Gelegenheit hätte in einem Laden beinahe mein Kopf ausgesetzt. Enorme Reduzierungen haben mich verlockt, einen Mantel und 3 Oberteile anzuprobieren, außerdem gab es in der nicht reduzierten Ecke auch einen tollen Rock und ein schönes Kleid. Ich konnte mich gücklicherweise dann doch beherrschen, was im Nachhinein beim prüfen meines Kontostands auch die einzig richtige Entscheidung war.  

Außerdem habe ich mich mal an etwas Neuem in der Küche versucht. Es gab Butternut Kürbis, gefüllt mir roten Linsen, Karotte, Champignon, Feta und Oliven-Tofu. Besonders lecker wegen frischer Petersilie und lecker Rucola-Salat. Echt gut!


Dieses Wochenende wird es aber mal wieder interessanter: endlich habe ich mal wieder einen Ausflug gemacht. Außerdem hatte Sarah aus Edinburgh diese Woche Besuch von ihrer Schwester, und gemeinsam haben sie einen Ausflug nach Glasgow gemacht. Da das Wetter im Gegensatz zur letzten Woche super war, konnten wir viel durch die Stadt laufen: nach einem Kaffee sind wir erst mal durch die Merchant City zur Nekropolis geschlendert, und haben auf dem Weg jede Menge schöne Graffitti gesehen.





Danach waren wir in der Gallery of Modern Art. Ich war ja sehr gespannt, aber insgesamt war es irgendwie enttäuschend. Dass man nicht alles nachvollziehen kann, was so als moderne Kunst betrachtet wird, das war mir ja schon vorher klar, aber ein 30-minütiges Video einer Kettenreaktion, ausgelöst durch einen Autoreifen und einen blauen Müllsack... naja. Viel war irendwie auch nicht drin in dieser Gallery. aber immerhin kosten Museen keinen Eintritt in Glasgow, so dass man sich auch nicht ärgern muss, wenn es einem halt nicht so gefällt.

Wobei, zuminest das Gebäude selbst sah schön aus, wenn auch nicht die Ausstellungsstücke:


Danach habe ich die Uni als obligatorischen Touri-Stopp präsentiert, wir sind noch kurz durch das Westend gewackelt, und als es dunkel wurde haben wir einen Kleinigkeit gegessen und die beiden mussten sich wieder in den Bus nach Edinburgh setzen.

Mein Ausflug fand dann am Sonntag statt: Mit den "Student Tours Scotland" habe ich eine Tages-Bustour durch das Glen Coe und Oban gebucht. Die Buchung für diese und zwei weitere Touren habe ich bereits im Januar vorgenommen, als ich mehr Geld hatte, und was sich natürlich als Glückfall herausstellte, da ich das Geld so nicht mehr für anderen Kram (Mäntel o.ä.) verschwenden konnte.

Mit einem Reisebus voller Studenten ging es am Sonntag Morgen um 8 Uhr dann los. Mein erster Gedanke war, das ich zu alt für den Mist bin. Es war laut im Bus, die Mädels vor mir waren der absolute mega Kracher und hatten 5 Mio Schichten an, meinten aber trotzdem, es wäre zu kalt so dass sie mit Handschuhen im Bus saßen, und irgendwo blöke ein dem Dialekt nach Deutscher als irgendwelche Weisheiten in seine Nachbarschaft. Der Platz war eng, meine Knie waren genau an der Sitzlehne, und die Trulla vor mir schmiss sich als gegen die Lehne, bis sie meinte, ob ich von hinten drücken würde. Sobald die Klimaanlage anging stellte sie sie sofort nach hinten, sagte das auch noch ihrer Nachbarin ("Stell sie doch einfach nach hinten...")... Zugegeben, ich war müde weil ich seit 4 Uhr wachgelegen hatte, und daher eh nicht in bester Stimmung, aber da war der Ausflug für mich insgeheim schon gelaufen. Meine Stimmung war auf dem Höhepunkt.

Nach etwa 1,5 Stunden Fahrt, auf der Höhe von Loch Lomond, wendete sich das Blatt aber plötzlich. Das Mädel vor mir hatte wohl nicht nur Probleme mit der Temperatur und meinen Knien im Rücken, nein, sie vertrug auch das Busfahren an sich nicht. Ihre Nachbarin sprang plötzlich auf und hielt ihr eine Plastiktüte hin, und danach wurde sie umgesetzt in die erste Reihe und der Platz vor mir blieb leer. Von hier an ging es bergauf. Zumindest taten mir jetzt die Knie nicht mehr weg, haha.

Das Wetter war an diesem Sonntag bombig, und nach einiger zeit waren wir dann auch im glen Coe, wo wir von Schottischer Mythologie und Geschichte hörten. Zwar war ich im Glen Coe schon gewesen, allerdings versprach diese Tour eine kleine Wanderung statt des üblichen Durchfahrens mit kurzen Foto-Stopps, was bei dem Wetter klasse war. Die Wanderund fand, was ich vorher nicht wusste, bei den Three Sisters statt. Wie ihr euch vielleicht erinnert habe ich die ja im November schonmal vom Gegenüberliegenden Parkplatz aus gewundert und fotografiert. Jetzt sollte es also ein bisschen weiter hinauf gehen. Von einer Besteigung bis nach ganz oben ohne Steigeisen und Eisaxt wurde uns aber wieder vehemennt abgeraten. Vermutlich hätte hier die Zeit auch nicht gereicht. Im sommer soll der Anstieg aber sehr gut geeinget und zwar anstrengend, aber nicht zu anspruchsvoll sein.

Von hier kamen wir,

und hier wollten wir hin: Der Blick auf die drei Schwestern vom Parkplatz aus, inklusive Menschen, die wie wir in der Novermber-Tour, nur kurz aussteigen, ein Bild machen und weiterfahren,

Am Schnee sieht man, wie sehr die Perspektive täuscht: der verschneite Teil in der Mitte ist nochmal um einiges Höher, nur eben weiter im Hintergrund.

Das hier ist der berühmte West-Highland-Way. Schon bei meinem Ausflug zum Conic Hill in Balhama am Loch Lomond hat man gesehen, dass das teilweise ein sehr gut begehbarer und eher flacher Weg ist. Hier führt er mitten dirch das Glen Coe, erlaubt aber überall "kleine Abstecher" auf die Berge hinauf. entsprechend muss man dann eben zelten, wenn man es nicht rechtzeitig zur nächsten Übernachtungmöglichkeit schafft.

Auf dieser Wanderung habe ich Unmengen an Wild gesehen! Hier das erste, sehr nah, aber für die Kamera sehr schwer zu sehen. "Seine" Gruppe von mind. 7 weiteren wartet hinter dem kleinen Hügel.



Von etwas weiter oben kann man die ganze Gruppe sehen.

Unser Reisebus und die anderen Autos am Parkplatz wirken richtig klein. Während alle immer nur zu den Three Sisters gucken, sind die Berge hinter dem Parkplatz aber auch nicht gerade unauffällig.




Hier sind wir jetzt am Endpunkt unserer Wanderung. Gerne wäre ich weiter gegangen, aber um die Kuppe fängt das Geröllfeld mit erstem Schnee an. Abgesehen vond er knappen Zeit auf so einem Ausflug ist sowas mit einer Busladung Studies vermutlich auch einfach nicht drin.

Im Tal noch eine Gruppe Rehe/Hirsche.

Wir haben es aber doch relativ weit hoch geschafft, scheinbar. Zwischendurch wurde immer mal kurz gestoppt, so dass wir Infos zur Geschichte des Glen Coe bekommen haben und kurz durchschnaufen konnten.

 Ganz unten im Tal läuft ein kleines Flüsschen, das kristallklar, aber unter der Brücke auch beachtlich tief ist. Während ich total auf das klare Wasser fokussiert war ...


...hätte ich das hier genau vor meiner Nase beinahe verpasst!

Auf dem Weg zurück habe ich scheinbar ein bisschen getrödelt, so dass fast alle schon lange über die Brücke waren bis ich kam. Da hat das Wild dann mal das Weite gesucht und ist auf die jetzt ruhigere Seite des Flüsschens gewechselt.

Wieder unten...
... und dann wieder hoch zum Parkplatz.

Obwohl ich also schonmal bei den drei Schwestern war, hat sich der Ausflug nochmal gelohnt, ganz besonders, weil wir einfach unglaublich gutes Wetter hatten! 

Jetzt ging es weiter zu unserem Ziel für den Nachmittag: Das Städtchen Oban. Ja, richtig, der aufmerksame Leser stellt fest, dass ich da auch schonmal war, und zwar mit Christian und Ruben. Bei uns war allerdings nicht so schönes Wetter. Im November war es dort relativ kalt und ungemütlich, weshalb wir die Wiskey Distillery besucht und und naach einem kurzen Rundgang ein Pub und und ein Restaurant aufgesucht hatten. Heute wird also das Stätchen mal detaillierter untersucht.

Im Hafen war das Wasser schonmal spiegelglatt, und die Sonne machte Lust auf Schlendern...

  ...und die am Hang gelegenen Gässchen sind wirklich schön.


 Hier ist sogar ein zentrag gelegenenes Anwesen mit 1A Blick über den Hafen und die gesamte Bucht zum Verkauft... was das wohl kosten mag? Vielleicht will ich es lieber nicht wissen.

Zentral über dem Hafen auf einem der Hügel liegt der McCaigs Tower, von dem man einen tollen Blick hat. Der Turm wurde von einem schottischen Banker kurz vor 1900 geplant, um seiner Familie ein entsprechendes Denkmal zu setzen und den Steinmetzen im Winter Arbeit zu verschaffen. Geplant waren Statuen seiner Familie im Inneren, eine Galerie und ein Museum nebenan. Durch seinen Tod 1902 wurde das Projekt abgebrochen, und es existieren lediglich die Außenmauern des Turms.

Er bietet aber tolle Bilder.

Blick vom McCaigs Tower über Oban.


 Noch so ein viktorianisches Großprojekt, das nie beendet wurde: Auf dem Hügel neben dem McCaigs Tower wurde mit dem Bau eines viktorianischen Spas begonnen. Auch hier wurde der Bau nie vollständig beendet, und es stehen nur noch Reste der Außenmauern...


Die Vorstellung, hier auf dem Berg bei Sonnenschein zu Baden und den Blick über die Bucht zu genießen ist allerdings schon verlockend! Ein Projekt, das man im Gegensatz zum McCaig Tower, noch halbwegs nachvollziehen kann. *hach, jetzt eine Massage und ein Cocktail*

Statt Cocktail gab es dann unten am Hafen noch ein erfrischendes Kaltgetränk aus Glasgow, wärend ich ohne Jacke im Biergarten an der Promenade saß. Die Fähre kam sicherlich von den Outer Hebrides... vielleicht von der Insel Barra? Hach, so viel mehr zu sehen. Vielleicht komme ich ja auch nochmal nach Oban, wenn ich eine der Inseln besuchen will, viele der Fähren fahren nämlich von hier.

Jetzt erst mal zurück zum Hafen, wo wir um 4.15 Uhr wieder abfahren sollten.


Auf dem Rückweg nach Glasgow legten wir noch einen kurzen Toilettenstopp in Inveraray ein, ein kleiner Ort mit Schloss und, natütlich, auch einem Hafen. Leider war das Licht bis hierhin schon fast vollständig verschwunden, so dass es nur noch für einen kurzen Eindruck gereicht hat. Das Schloss war schon komplett im dunklen verschwunden, aber vielleicht kommt man ja nochmal wieder.






Total müde, aber super zufrieden mit dem Ausflug, kamen wir um 19.05 Uhr wieder in Glasgow an. Die Ärgernisse vom Morgen hatte ich schon komplett wieder vergessen. Beim Warten auf den Bus nach Hause wurde mir langsam zum ersten Mal an diesem Tag langsam frisch. Als ich daheim ankam meinte Lynne, ich hätte ja schonwieder Glück gehabt mit dem Wetter! Tatsächlich war ja auch mein Ausflug nach Skye und vor ein paar Wochen zum Pollok Country Park immer super tolles Wetter gewesen. Sie konnte es kaum glauben, das sei ja schon unnatütlcih viel gutes Wetter für Schottland, was ich bisher so erlebt habe bei meinen Ausflügen. 

Hoffen wir mal, dass es so bleibt! *fingers crossed*

Viele Grüße an euch, und bis zum nächsten Bericht. Es sind ja schon 2 weitere Ausflüge gebucht, und noch mehr Pläne in meinem Kopf als Wochenenden und Geld vorhanden. =)

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